Aus Musikevent im Park wurde bei Sturm und Regen „Folk in der Halle“

Pure Spiel- und Lebensfreude

Bad Wildungen - Gut gelaunte Freunde von Folk- und Weltmusik erlebten in der voll besetzten Wandelhalle einen langen Abend mit Spitzengruppen der Szene aus Schweden, Belgien und Italien.

Aus „Folk im Park“ wurde diesmal „Folk in der Halle“, da heftige Stürme und Starkregen angekündigt waren. Veranstaltungsleiter Gereon Schoplick hatte die Veranstaltung in die Wandelhalle verlegt. So sehr dies von den meisten Besuchern bedauert wurde, weil die Atmosphäre im abendlichen Kurpark weitaus stimmungsvoller ist, so sehr genossen die Fans dann die Veranstaltung mit den hochkarätigen Musikern, applaudierten für jeden Song, für jeden Vokal- und Instrumentalbeitrag, wippten mit den Füßen, klatschten im Takt mit und einige tanzten in den Gängen.

„Norden, Süden, Ost und West“ war das Motto des 20. Bad Wildunger Folk- und Weltmusikfestivals, zu dem Gruppen aus Belgien, Italien und Schweden gekommen waren. Schop­lick hatte vor 20 Jahren das Festival gemeinsam mit Freunden aus der Taufe gehoben und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Diesmal wurden Gruppen engagiert, die schon lange auf seiner Wunschliste für den Musikevent gestanden hatten, „jetzt hat es endlich geklappt“. Ensembles aus aller Welt sind in den vergangenen 20 Jahren zum Bad Wildunger Folk-Festival auf Schloss Friedrichstein, im Landesgartenschaugelände und im Kurpark aufgetreten. In diesem Jahr waren es europäische Gruppen. Schoplick: „Das ist gut in einer Zeit, in der Europa etwas in der Krise steckt und hinterfragt wird.“

Den Anfang im Programm machte die Gruppe „Triakel“ aus Schweden, die längst nicht nur in der europäischen Szene einen hervorragenden Ruf genießt. Die „Triakel“-Arrangements sind vor allem auf den Gesang von Emma Härdelin zugeschnitten, die mit ihrer außergewöhnlichen, reizvollen Stimme ebenso schwedische Volkslieder wie Revuesongs und religiöse Lieder interpretiert, wobei sie vom Fiddler Kjell-Erik Eriksson und Janne Strömstedt auf dem Harmonium exzellent begleitet wird.

Gänsehaut-Momente

Aus Belgien kam die Gruppe „Snaarmaarwaar“ und präsentierte in ungewöhnlicher Besetzung authentischen Folk aus ihrer Heimat. Ward Dhoor (Mandoline), Jeroen Geerinck (Gitarre) und Maarten Decombel (Mandola) sind mit ihrem Trio Newcomer in der Folkmusikszene und faszinierten die Zuhörer mit leisen Balladen ebenso wie sie mit ihrer Power-Akustik auf den Saiten ihrer Instrumente begeisterten.

Seit über 20 Jahren ist der großartige Akkordeonist Riccardo Tesi mit seiner Gruppe „Banditaliana“ – Maurizio Geri (Gitarre, Gesang), Gigi Biolcati (Percussion), Claudio Carboni (Saxofon) – zu Gast auf Folk- und Jazzfestivals in aller Welt. In der Wandelhalle machten die Italiener den Abschluss des Festivals der Kontraste und begeisterten mit Spielfreude und ansteckender südländischer Lebensfreude. Der Gitarrist Maurizio Geri sorgte mit seiner einfühlsamen Stimme für Gänsehaut-Momente. Und als eine mitreißende Tarantella angestimmt wurde, klatschten alle in der Halle mit.(szl)

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