Handaufgezogene Waschbären aus Wildungen, Mandern und Böhne im Wildtierpark

Quicklebendige Rasselbande

Edertal-Hemfurth - Eine quirlige Rasselbande erobert die Herzen der Wildpark-Besucher. Junge Waschbären, die von Hand aufgezogen wurden, streifen neugierig durchs Gehege und zeigen ihre Kletterkünste.

Sechs junge Waschbären im Alter zwischen zehn und vierzehn Wochen sind in die Nationalparkeinrichtung eingezogen, ein jüngerer Kleinbär gesellt sich in Kürze noch dazu. Es handelt sich um Findelkinder, die ohne Eltern nicht überlebt hätten. „Einige fielen bei einem starken Gewitter aus einem Baum, zwei wurden auf der Bad Wildunger Brunnenallee entdeckt und der örtlichen Polizei gemeldet, die sich daraufhin an den Wildtierpark wandte“, erläutert Nicole Backhaus vom Nationalparkamt. „Wir empfehlen, grundsätzlich keine Jungtiere im Wald oder im urbanen Bereich aufzulesen, sondern sie stattdessen an Ort und Stelle zu belassen“, betont Backhaus. Die Familie Kraft aus Mandern hat ein wenige Tage altes Waschbärenbaby in einem alten Haus in Böhne entdeckt. „Es saß in der Wurstekammer, und seine Mutter ist nicht mehr gekommen.“ Das Jungtier wurde mit Katzenmilch aufgepäppelt und ist zunächst nur für einige Stunden zu Besuch im Waschbären-Kindergarten im Wildtierpark. Tierpfleger Thomas Wagener und sein 14-jähriger Sohn Dennis ziehen die aufgeweckten Waisenkinder per Hand auf. Besucher können die Raubsäuger aus nächster Nähe beobachten. Dennis Wagener beantwortet Fragen zu seinen Schützlingen und zum Speisenplan, der aus Katzenfutter, Fisch und Bananen besteht. Zum Schutz vor Uhus oder anderen hungrigen Raubvögeln hat die Familie Wagener den Jungtieren eine Schutzhütte gebaut. Tierpfleger Wagener freut sich über die neugierigen Wirbelwinde: „Obwohl frei lebende Waschbären nicht immer auf Gegenliebe stoßen, sind sie inzwischen fester Bestandteil unserer Region.“ Zahlreiche Besucher hätten noch nie die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Kleinbären mit der schwarz-weißen Gesichtsmaske aus der Nähe gesehen. Beste Gelegenheit zur Beobachtung ist die tägliche Fütterung um 12 Uhr. In den vergangenen­ Jahren lebte ein einziger Artge­nosse im Wildtierpark – Bärli­ verschied 2012 im stolzen Waschbärenalter von 17 Jahren.

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