Edersee

Radfahrer verirrt sich in Steilhang und löst Rettungsaktion aus

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- Waldeck/Edersee (apa). Ein 62-jähriger Mann hat am Sonntagnachmittag einen Großeinsatz am Ederseeufer ausgelöst. Während ein Großaufgebot Rettungskräfte zu Land, vom Wasser und aus der Luft nach ihm suchte, saß er wohlbehalten und nichtsahnend in seinem Segelboot.

Der 62-Jährige aus Kassel war am Sonntagmorgen mit seinem Fahrrad auf der Halbinsel Scheid aufgebrochen, um rund um den Edersee zu fahren. Er nahm allerdings den falschen Weg, der an Steganlagen vorbei führt und dann endet. Erst im vergangenen Jahr hatte die Wasserschutzpolizei vom Forstamt dort ein „Durchgang verboten“-Schild mit dem Zusatz „Achtung! Absturzgefahr!“ aufstellen lassen, nachdem bereits eine Familie nicht mehr aus dem Steilhang herausgefunden hatte. Der Mann missachtete das Schild. Zunächst schleifte er sein Rad neben durch das Naturschutzgebiet sich her. Als der Pfad in einen weglosen Steilhang mit Geröll überging, entschied er sich, sein Rad liegen zu lassen, um es später abzuholen. Er begann, den Hang hoch zu klettern.

Das sahen mehrere Bootsfahrer, die sich auf dem Edersee befanden. Da der Mann auf ihre Rufe nicht reagierte und dann aus der Sicht der Beobachter verschwand, verständigten einige von ihnen die Leitstelle der Polizei. Diese wiederum sandte nicht nur die Ober-Werber Feuerwehr mit zwölf Kameraden unter Leitung von Stadtbrandinspektor Uwe Schaumburg zur Kahlen Hardt, sondern auch einen Rettungswagen und den Hubschrauber Christoph 7. Auch die Wasserschutzpolizei fuhr zur Kahlen Hardt. Die Kameraden der Feuerwehr alarmierten die Bergrettung nach, bestehend aus insgesamt 28 Helfern von THW und Bergwacht.

"Wir hatten gerade überlegt, eine Wärmebildkamera anzufordern, als sich der Mann gemeldet hat“, berichtet ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Der 62-Jährige war den Hang hinaufgeklettert und war auf einen Wanderweg gestoßen. Von dort lief er zu Fuß weiter nach Scheid. Dort angekommen, ging der Kasseler zu seinem Segelboot und fuhr auf dem See die Strecke zurück. Unterwegs erreichte ihn ein Anruf seiner Frau, die mittlerweile von der Suchaktion erfahren hatte. Daraufhin meldete sich der Mann sofort bei der Leitstelle der Polizei. Der 62-Jährige war bei der Kletterpartie unverletzt geblieben. (apa)

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