Beim Wiederbeleben können Helfer keine schweren Fehler machen

Reanimations-Kursus an der Ense-Schule: Bei Herzstillstand niemals zögern

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An Dummys trainierten die Schülerinnen und Schüler die Herzdruckmassage als Mittel zur Wiederbelebung bei Herzstillstand.

Bad Wildungen – Keine Scheu vorm Wiederbeleben: Zur rettenden Hilfe ermunterte die Jugendlichen an der Ense-Schule ein Reanimations-Kursus mit Andreas Spratte von Asklepios.

Bei einem Fußballspiel bricht plötzlich ein Fan zusammen. Er atmet nicht mehr. Um Himmels willen: Was ist zu tun?

In so einer Situation auf einmal gefordert zu sein und helfen zu müssen – das kann jedem von uns jederzeit passieren. Das Wichtigste ist dann, nicht zu zögern, denn „prinzipiell kann man bei der Reanimation nichts falsch machen“, sagt Anästhesie-Pfleger Andreas Spratte.

Der Fachmann von der Asklepios-Bildungsakademie schulte neunte und zehnte Klassen der Ense-Schule darin, Menschen mit Herzstillstand wiederzubeleben. Dabei zählt jede Sekunde.

Viele haben Angst einzugreifen. „Sicherlich kann man jemandem durch die Herzdruckmassage eine Rippe brechen“, räumt Spratte ein, aber: „Besser eine gebrochene Rippe, als zu sterben.“

Er erklärt den Jugendlichen im Kursus, dass sie in so einer Situation rasch den Notruf 112 wählen. Dann gilt es, selbst zu helfen, bis Notarzt und Rettungssanitäter eintreffen und übernehmen. Aber der Reihe nach: „Sprechen Sie die bewusstlose Person erst mal an“, sagt der Anästhesie-Pfleger. Falls der Bewusstlose nicht reagiere, überprüfe die Helferin, ob er atmet. Bemerkt sie keine Atmung, ruft sie die 112 an und beginnt mit der „Reanimation“.

Die Schülerinnen und Schüler probierten die „Herzdruckmassage“ als Mittel zur Wiederbelebung selbst aus. Dazu waren die so genannten Dummys da, halbe Kunststoffpuppen mit Kopf und Brustkorb.

Und – wie sieht es mit der Scheu zu helfen nach dem Kursus aus? Anjulie Mogk ist ganz ehrlich: „Ich würde mich nicht trauen, sondern erst abwarten, ob jemand anderes hilft.“ Allerdings sind grundsätzlich per Gesetz alle verpflichtet, im Notfall zu helfen, zumindest durch Absetzen des Notrufes.

Tim Gerlach fühlt sich nach dem Kursus auch sicher genug, selbst zu reanimieren. „Einfach machen“, hat er für sich als Lehre aus dem Vormittag gezogen. Und die meisten anderen stimmen ihm zu.

Damit diese Sicherheit erhalten bleibt, empfiehlt Andreas Spratte, Erste-Hilfe-Kurse regelmäßig zu wiederholen. Neben der Herzdruckmassage erlernten die Schülerinnen und Schüler eine weitere wichtige Technik: die stabile Seitenlagen einer Bewusstlosen, um etwa zu verhindern, dass sie am eigenen Erbrochenen erstickt oder die Zunge verschluckt.

Von Nastja Marsov

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