Workshop zum Zwischenfazit des EU-Leader-Förderprogramms

Region Kellerwald-Edersee: Strukturschwach? Von wegen!

Workshop heißt auf Deutsch Werkstatt, hier eine für Gedanken: Intensiv diskutierten die Gäste beim Kellerwaldverein in der Holzfachschule über die Zwischenbilanz des EU-Leader-Förderprogramms für die Region Kellerwald-Edersee. Foto: pr.

Bad Wildungen. Von wegen strukturschwach: Die Regionalentwicklung im ländlichen Raum Kellerwald-Edersee ist gut vorangekommen. Was der Region aber fehlt, ist das Wuchern mit ihren Pfunden, ist die „Marke“, mit der sie unverwechselbar bundesweit und international Aufsehen erregt und noch mehr Gäste anzieht.

So lautet – kurz gefasst – das Zwischenfazit aus einem Workshop zum europäischen Leader-Förderprogramm, zu dem der Kellerwaldverein in die Wildunger Holzfachschule eingeladen hatte. „Strukturschwach; diesen Ausdruck kann ich nicht mehr hören“, sprach Vereinsvorsitzender Volker Zimmermann den geladenen Gästen aus dem Herzen, darunter Landrat Dr. Reinhard Kubat, der früher selbst hauptamtlich in der Regionalentwicklung tätig war. „Ist es anders herum denn strukturstark, wenn die Stadt Frankfurt weder bezahlbaren Wohnraum noch ausreichend Kita-Plätze zur Verfügung stellen kann?“, fragte Zimmermann rhetorisch: „Wir bieten Familien hier viel mehr.“

Die aktuelle Leader-Förderperiode läuft von 2014 bis 2020. Halbzeit also, und wie schnell sich manche Dinge zum Positiven ändern, sprach auch Lisa Küpper an, Geschäftsführerin des Kellerwaldvereins. „Leerstände waren zu Beginn 2014 ein großes Thema, dachten wir.“ Doch das Problem spiele mittlerweile in den Dörfern eine untergeordnete Rolle, weil die Nachfrage nach Wohnraum gestiegen ist. In dem kleinen, vermeintlich abgelegenen Hüddingen finde sich noch ein leeres Haus, nannte Volker Zimmermann als Beispiel.

Nach mehr als zwei Jahrzehnten insgesamt im Leader-Programm steht für die Region Kellerwald-Edersee weniger das Mitfinanzieren von öffentlichen Projekten mehr im Vordergrund. Daran ändern auch die zwei letzten, großen Baustellen „Kellerwaldturm“ und „Info-Zentrum Edersee“ nichts. Vielmehr geht es nun für den Kellerwaldverein darum, das Bewusstsein der Region für ihre Schwerpunkt-Identität zu stärken: als Urlaubsziel für sanften Tourismus und als Wirtschaftsregion, die „Nachhaltigkeit“ als zentrales Prinzip vorlebt.

Dieses Bewusstsein soll sich im Erarbeiten einer „Marke“ niederschlagen. „Das haben wir bisher nicht geschafft“, räumt Lisa Küpper ein.

Einer der zentralen Gründe dafür ist, dass sich die Touristische Arbeitsgemeinschaft (TAG) als Marken-Entwickler noch nicht neu organisiert hat. „Das muss 2018 passieren“, betont Volker Zimmermann. Hinter den Kulissen sei intensiv am Markenbild gearbeitet worden, doch bevor sich die Kommunen nicht auf die TAG als gemeinsame, schlagkräftige Touristik-Organisation vertraglich geeinigt haben, geht es nicht weiter.

Die Tatsache, dass in vier Kommunen der Region – in Fritzlar, Bad Wildungen, Edertal und Waldeck – 2018 Bürgermeisterwahlen anstehen, beschleunigt das Tempo aktuell nicht gerade. Das gesteht Zimmermann ein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.