Kellerwaldverein bereitet nächste Leader-Förderperiode vor · Derzeit sind keine Zuschüsse möglich

Region startet durch im Förderloch

Strategien für die nächste Förderperiode schmiedeten interessierte Bürger, regionale Interessengruppen sowie Vertreter von Politik, Wirtschaft und Verwaltung; von links Achim Frede (Nationalpark), Lisa Küpper (Kellerwaldverein), Laura Frede, Axel Finke, Bad Wildungens Bürgermeister Volker Zimmermann (Vorsitzender des Kellerwaldvereins), Ulrike Keß (Stadtmarketing Fritzlar), Jutta Seuring (Nationalpark), Reta Reinl, Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogath und ET-Geschäftsführer Claus Günther. Fo

Bad Wildungen - Die Region Kellerwald-Edersee peilt die nächste Leader-Förderperiode an. Bei der Auftaktveranstaltung in der Wildunger Wandelhalle wurden erste Strategien zur Fortschreibung des Entwicklungskonzepts entwickelt. Ein Missklang: Anträge auf Fördergeld haben derzeit keine Aussicht auf Erfolg.

2,16 Millionen Euro Fördergeld flossen in der zum Jahresende ausgelaufenen Förderperiode in 82 Projekte der Kellerwaldregion. Die Summe der Investitionen in den sieben Jahren bilanzierte Lisa Küpper, Geschäftsführerin des Kellerwaldvereins, auf stolze 10,6 Millionen Euro. Insgesamt 80 Arbeitsplätze sind entstanden.

Für die nächste Förderperiode von 2014 bis 2020 wird mit Hochdruck auf die Anerkennung hingearbeitet. 60 Akteure aus Bürgerschaft, Interessensgruppen, Politik, Wirtschaft und Verwaltung diskutierten am Samstag über das Entwicklungskonzept. In Arbeitskreisen sollen Themen wie Leerstand von Häusern oder Jugend und Soziales weiter vertieft werden.

Küpper: „Ziel ist es, das vorliegende regionale Entwicklungskonzept so fortzuschreiben, dass es nicht nur den Kriterien des Landes Hessen und der EU zur Anerkennung einer Förderregion genügt, sondern auch von der gesamten Region nachhaltig unterstützt und getragen wird.“ Bürgermeister Volker Zimmermann als Vorsitzender des Vereins Region Kellerwald-Edersee wertete die Veranstaltung als Impuls für einen aktiven Beteiligungsprozess. Zum 1. September soll das neue Entwicklungskonzept vorliegen. Zimmermann begrüßte Fritzlar als neues Mitglied der Entwicklungsgruppe, die unabhängig von Kreis- oder Gemeindegrenzen die gesamte Kellerwald-Region im Blick habe.

„Ich bin dankbar, dass wir im Konsens aller zehn Mitgliedskommunen ohne Vorbehalte aufgenommen wurden“, freute sich Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogath. Der Beitritt in den Kellerwaldverein ergänze die gemeinsame Arbeit auf dem touristischen Sektor in der TAG. Im Schulterschluss Attraktivität in die Dörfer bringen und damit dem demografischen Wandel ein Stück weit zu trotzen, das sieht er als Herausforderung. Den Fritzlarern liegen vor allem die Wanderwege „an unserer Lebensader Eder“ am Herzen.

Interessierte Antragsteller benötigen jedoch Geduld, denn bis zur offiziellen Anerkennung als Leader-Gebiet ist keine Förderung möglich. „Es hängen bereits Projekte mit etwa 400000 Euro in der Luft“, bedauert Lisa Küpper. „Ein sehr misslicher Zustand“, ergänzt Zimmermann, „dass man aufgrund einer formalen Pause keine Fördermittel zur Verfügung stellen kann.“ Wer dennoch beginne, gehe leer aus. Laut Zimmermann ist erst ab 2015 wieder eine Förderung möglich. Darüber habe er bereits den zuständigen Staatssekretär informiert.

Irmhild Weber vom Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises Waldeck-Frankenberg hofft noch auf eine Zwischenlösung: „Bisher gab es immer das hessische Landesgeld, das die Förderpause überbrückt hat.“ Darauf hoffe man auch in diesem Jahr. Von Conny Höhne

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