Erste Tierkinder im Wildtierpark Edersee – Neues Meerschweinchen- und Eichhörnchenhaus

Rekord: Über 7000 Besucher mehr

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Neugierige „Schwarzkittel“ im begehbaren Gehege präsentierten sich beim Rundgang des Fördervereins Wildtierpark.Fotos: Höhne

Edertal-Hemfurth/Edersee - Das Jahr 2014 brachte ein Rekordergebnis für den Wildtierpark Edersee. „130000 Besucher, davon 43000 Kinder, - das hat der Wildpark in seiner 45-jährigen Geschichte noch nicht gehabt“, zog Parkleiter Albert Hernold in der Jahresmitgliederversammlung des Fördervereins zufrieden Bilanz.

Den Besucherboom führt Hernold auf das Wetter und viele Presseberichte zurück. Vor allem der ausgebüxte Luchs und der neue Geierfelsen lösten ein großes Medienecho aus. Die Zahl der Kindergruppen und Schulklassen blieb mit 715 etwa gleich. An Führungen und Aktionen aus dem Programm des Nationalparks nahmen 1300 Jugendliche sowie 280 Erwachsene teil.

Vor der Mitgliederversammlung des 618 Mitglieder zählenden Fördervereins am Montagabend erläuterte Hernold bei einem Rundgang die Entwicklung des Parks. Bewährt habe sich das begehbare Wildschweingehege, wo sich Frischlinge tummeln. Im begehbaren Damwildgehege ist ein Rothirsch neuer Star, lässt sich füttern und streicheln. Er entwischte aus dem Rotwildgehege durch einen Sturmschaden am Zaun. Erst wenn der Hirsch seine Stangen fegt und es gefährlich werden kann für Besucher, soll er wieder zurückgebracht werden in das Rotwild-Gatter.

Waschbären aus Handaufzucht

Da es bei der gemeinsamen Haltung von Stein- und Muffelwild Probleme durch Parasitenbefall gab, wurden die Muffel in das ehemalige Przewalski-Gehege umgesetzt. Einer der beiden Hengste war verendet - vermutlich infolge von giftigen Pflanzen. Der andere Hengst konnte nicht allein gehalten werden und wurde abgegeben.

In das umgestaltete Waschbärengehege sind sieben Waschbären aus Handaufzucht eingezogen. Die bruchsicheren Glasscheiben (5900 Euro) zahlte der Förderverein. „Das Projekt mit den Beschäftigungsmöglichkeiten mit der Hochschule Saarbrücken gestaltet sich schwieriger als erwartet, kann aber vielleicht doch in diesem Jahr umgesetzt werden“, merkte Hernold an.

Im Eingangsbereich des Parks wurde ein Meerschweinchen- und Eichhörnchenhaus gebaut, das der Verein mit 2000 Euro unterstützte. Die ersten Tiere sollen in den nächsten Wochen einziehen.

Ende 2014 hatte der Park folgende Tierarten: Rotwild (45 Stück), Damwild (50), Schwarzwild (26), Muffelwild (21), Steinwild (9), Fischotter (3), Tarpan (7), Wisent (8), Luchs (6), Wolf (6), Waschbär (7), Uhu (4), Wildkatze (3), Rehwild (3). Etliche Tierkinder erblickten im Wildtierpark das Licht der Welt, darunter zwei Jungluchse. Zwei junge Fischotter wurden an die Tierparke in Wilburg und Bad Mergentheim abgegeben, dafür kam ein junges Männchen. Hernold: „Er hat sich von Anfang an sehr gut mit den Weibchen Finchen und Kiki verstanden und wird vielleicht im nächsten Jahr für Nachwuchs sorgen.“

Gehege für Fuchs und Dachs

Am Geierfelsen irritieren die frei lebenden Großvögel immer wieder Besucher. Deswegen soll ein Hinweisschild aufgestellt werden. Die Kosten in Höhe von 12500 Euro für den Felsen trug der Förderverein.

Die Greifenwarte hatte Nachzuchterfolge bei Rotmilan (2), Turmfalke (4), Mönchs- und Gänsegeier (1). In der Aufzucht- und Pflegestation waren zehn Turmfalken, acht Waldkäuze, zwei Uhus, sechs Mäusebussarde, drei Sperber, eine Waldohreule sowie je ein Habicht, Rotmilan und Fischadler. 70 Prozent der Tiere sind wieder ausgewildert.

Planungen für 2015: Erweiterung Tarpan-Gehege, Erneuerung Futterschuppen, Frischlingsrechen und Fangeinrichtung für Wildschweine, Renovierung Uhu-Voliere. Zwischen Ottern und Ziegen wird ein Fuchs- und Dachsgehege mit einsehbaren Ruhebereichen gebaut.

Von Conny Höhne

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