Aufruf der "Aktion Wildunger Ärzte"

Rettet das Kurhaus: Langer Zug von Demonstranten zieht durch Bad Wildungen

Rettet das Kurhaus: Ein langer Zug von Demonstranten setzte sich am Samstagmittag in der Langemarckstraße in Bewegung. Foto: Conny Höhne

Bad Wildungen. Mit Spruchbändern, Schildern und Sprechgesang forderten am Samstag zahlreiche Demonstranten den Erhalt des Kurhauses.

Weit über 100 waren dem Aufruf der „Aktion Wildunger Ärzte“ gefolgt und versammelten sich mit Transparenten am Kurhaus in der Langemarckstraße zu einem Zug durch die Innenstadt.

Auf dem Weg über die Brunnenallee bis zum Rathaus schlossen sich weitere Demonstranten an. 

Bei der Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz zeigte sich der Sprecher der „Aktion Wildunger Ärzte“, Wolfram Schmidt-Betschel hoch erfreut über die große Resonanz. Das zeige, dass „vielen unsere Stadt und deren Zukunft am Herzen liegt.“ Schmidt-Betschel forderte von der Politik einen Zukunftsplan für die Kurstadt Bad Wildungen für die nächsten zwölf Jahre. Hier hinke die Badestadt anderen Kurorten weit hinterher.

Insbesondere das Kurhaus werde für die Entwicklung der Stadt gebraucht und zwar als Ort der Repräsentation und der Kultur. Es sollte Anlaufpunkt für Touristen sein und sei idealer Standort der Tourist-Info.

Mehrwert für die Stadt und die Touristen

 Ferner könnten kulturelle Veranstaltungen konzentriert werden, die woanders nicht stattfinden können, wie größere Bühnenveranstaltungen, Musicals, Opern oder Musikkonzerte. „Wir könnten zum Beispiel ein Musicalfestival etablieren und mit den Ideen der Bürger für weitere Nutzungen ist unser Ziel, das Kurhaus wirtschaftlich zu betreiben.“

Es scheine mehrere Kurorte zu geben, bei denen ein städtisch betriebenes Kurhaus und ein privat betriebenes Hotel daneben gut zusammenarbeiten und schwarze Zahlen schreiben, merkte der Sprecher an. Der „Aktion Wildunger Ärzte“ gehe nicht darum, in nostalgischer Verklärung den Erhalt des Kurhauses zu fordern, stellte er klar, „sondern in Zusammenarbeit mit dem neuen Hotel für die Stadt und die Touristen einen Mehrwert zu erzeugen“.

Verwundert über plötzlichen Zeitdruck

Das Riesenareal von 16 000 Quadratmetern dürfe nicht an einen einzigen Investor verkauf werden, denn es biete großes Entwicklungs-Potential. Dort können sich die Ärzte beispielsweise erschwingliche Mietwohnungen für junge Auszubildende vorstellen oder eine Erweiterungsmöglichkeit für das Pflegeheim Haus Waldeck.

Kurzum: Aus Sicht der „Aktion Wildunger Ärzte“ muss das Kurhaus entwickelt werden in Synthese mit dem neuen Hotel, und das gesamte Grundstück sollte mit mehreren Investoren vielfältig genutzt werden. Schmidt-Betschel zeigte sich verwundert über den plötzlichen Zeitdruck: „Erst gibt es sechs Jahre lang keine Lösung und jetzt muss es auf einmal ganz schnell gehen? Wir haben doch keinen Schlussverkauf nach dem Motto: Alles muss weg.“

Der fünf- bis sechsmonatige Entscheidungsprozess sei gerade erst am Anfang, bescheinigte der Sprecher der Initiative. „Wir werden dafür sorgen, dass unsere Vorschläge nicht in der Versenkung verschwinden.“

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