Korbacher DRK-Staffel unterwegs

Rettungshunde trainieren auf Scheid

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Waldeck-Scheid - Auf einer Wiese auf der Halbinsel Scheid liegt ein Unfallopfer

Der Hund soll suchen. Er rennt auf die liegende Person zu und schlägt laut bellend an, bis die Hundeführerin ebenfalls dort ist. Bei diesem Test „muss der Hund beweisen, dass er beim Opfer bleibt“, erklärt Hundeführerin Beatrix Gündling aus Korbach. „Die Hunde sind auf liegende oder sitzende Personen angepeilt.“ Die aus zehn Teams bestehende DRK-Rettungshundestaffel Korbach war zu einer Übung auf die Halbinsel Scheid ausgerückt. Zunächst ging es auf der von Karl Suck gesteuerten Ederseefähre hinüber zur Liebesinsel, wo die Hunde sich im Wasser austobten. Danach legte die Fähre am Westufer der Halbinsel an, wo die Teams Übungen durchführten. Ein Team besteht aus einem Hundeführer mit Hund. Beatrix Gündling: „Vor Beginn der Ausbildung wird die Eignung des Hundes getestet. Ideal sind Hunde, die nicht ängstlich und spielfreudig sind.“ Bei diesem Rettungshundeeignungstest werden die Eigenschaften des künftigen Rettungshundes, wie Geländegängigkeit, Sozialverhalten gegenüber Menschen und anderen Hunden und Nervenstärke überprüft. So müssen die Hunde beispielsweise durch einen Tunnel laufen und einen Angsttest auf Lärm oder Feuer in der Nähe bestehen. Zudem müssen Hund und Besitzer gesundheitlich fit sein. Bei Beginn der Ausbildung, die drei Jahre dauert, sollten die Hunde so jung wie möglich sein. Diese besteht aus den Bereichen Unterordnung, Gerätetraining und Suche. Am Ende steht eine Prüfung, die alle 18 Monate wiederholt werden muss, da es bei der Arbeit mit Rettungshunden mitunter um Leben und Tod vermisster Personen geht. So haben im April der Golden Retriever „Merlin“ und der Chesapeake Bay Retriever „Janosch“ von Beatrix und Stephan Gündling mit Bravour die Wiederholungsprüfung bestanden und dürfen sich nun erneut „Geprüfter Rettungshund“ nennen.Unter anderem war die Rettungshundestaffel Korbach am Edersee im Juni 2012 im Einsatz, als ein 43-jähriger Mann vermisst wurde, wobei sich dann herausstellte, dass er im Edersee ertrunken war. In diesem Jahr hatte die Korbacher Staffel drei Einsätze, den größten davon in Baunatal, als im März ein behinderter suizidgefährdeter Jugendlicher vermisst wurde. Beatrix Gündling: „Wir arbeiten auch mit anderen Rettungshundestaffeln zusammen.“ Neue Mitglieder sind immer bei der DRK-Rettungshundestaffel willkommen. Seit einigen Monaten wirken die beiden Teams Regina Daume mit Hündin „Lea“ und Jessica Sohl aus Nieder-Werbe mit „Skipper“ bei der Hundestaffel mit. Das Ziel der Ausbildung ist klar: „Das selbstständige Arbeiten des Hundes wird erwünscht“, so Staffelleiter Stephan Gündling. (sj)

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