Edersee

Ruinen vorm Ruin bewahren - Video

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- Edersee (höh). An den Ruinen im Edersee nagt der Zahn der Zeit. Mauern bröckeln, Steine brechen heraus. Von den Resten der Bauwerke aus den versunkenen Dörfern bleibt mehr und mehr eine Geröllwüste zurück.

Tausende lockt das Edersee-Atlantis alljährlich an. Reste der nach dem Bau der Edertalsperre in 1914 überfluteten Dörfer tauchen aus den Fluten auf. Grundmauern, Brücken, alte Dorfstellen lassen die einstige Besiedlung erahnen. Aber der Zustand der alten Mauern wird immer schlechter. Den Ruinen droht der endgültige Verfall. Darauf macht der Waldecker Ortsbeirat aufmerksam (WLZ berichtete) und fordert die unverzügliche Sanierung der Bauwerke, um das Edersee-Atlantis für die Nachwelt zu erhalten.

Landrat Dr. Reinhard Kubat will mit einer Doppelstrategie die Ruinen retten. In einem Schreiben an das Wasser- und Schifffahrtsamt in Hannoversch Münden bittet er um Genehmigung für kurzfristige Sicherungsmaßnahmen. „Dabei sollen besonders gefährdete Ruinen wie die Mauern in Berich mit wasserdichtem Zement gesichert werden – und das bereits im Herbst“, kündigt der Öffentlichkeitsbeauftragte des Landkreises, Dr. Hartmut Wecker, an. Dr. Bernhard Buchstab, Bezirkskonservator beim Landesamt für Denkmalpflege in Marburg, habe Unterstützung signalisiert. „Sobald die Genehmigung vorliegt, muss es schnell gehen“, so Wecker.

Katrin Urbitsch, Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes, äußerte gegenüber der WLZ keine Bedenken. „Wenn das als touristische Attraktion weiterentwickelt wird, begrüßen wir das.“ An der Finanzierung allerdings werde sich der Bund nicht beteiligten. „Letztlich sind es die Gemeinden, die davon den Nutzen haben.“

In einem weiteren Schritt will der Landrat alle Edersee-Anrainer – Kommunen, Touristikorganisationen, weitere Betroffene – an einen Tisch holen. Ziel ist ein längerfristiges Erhaltungskonzept mit Blick auf das 100-jährige Jubiläum der Edertalsperre im Jahr 2014. Wilhelm Neuhaus (Nieder-Werbe), der die Edersee-Geschichte so gut kennt, wie kaum ein anderer in der Region, erhofft sich auch einen besseren Zugang zu den Sehenswürdigkeiten. „Am Bericher Denkmal fehlt ein vernünftiger Fußweg, da müssen Besucher über die Steine kraxeln.“

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 3. September.

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