1. WLZ
  2. Waldeck
  3. Bad Wildungen

Odershausen: Waldecker Holztage mit Treckerausstellung und Schützenfest ein Besuchermagnet

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Oldtimer auf großer Fahrt.
Oldtimer auf großer Fahrt. © Wilhelm Wagener

Ein Veranstaltungsreigen mit Traktorenaustellung, Schützenfest und den ersten Waldecker Holztagen lockte rund 4300 Besucher in den Bad Wildunger Stadtteil Odershausen.

Bad Wildungen-Odershausen – Zeitig reisten die ersten Teilnehmer auf eigener Achse zum Schleppertreffen an. Reinhardt Reithmeier aus Paderborn war acht Stunden mit seinem Holder-Gespann unterwegs. Insgesamt 350 Schlepper älterer Semester wurden am Festwochenende präsentiert. Höhepunkt war eine Schlepperausfahrt nach Bad Wildungen.

Aus Paderborn: Reinhard Rethmeier.
Aus Paderborn: Reinhard Rethmeier. © Wilhelm Wagener

Beim „Vorglühen“ im Festzelt viel zu erzählen

Beim „Vorglühen“ im Festzelt mit DJ Ronny aus Wega hatten sich die Oldtimer-Fans viel zu erzählen. Es war ein gelungener Auftakt, bei dem aber leider in den frühen Morgenstunden zum Samstag ein Wohnwagen und Kawis Feldküche von Unbekannten beschädigt wurden.

Vom Baum zum Brett: Wissen über Holzbearbeitung und Forstmaschinen vermittelten die ersten Waldecker Holztage.
Vom Baum zum Brett: Wissen über Holzbearbeitung und Forstmaschinen vermittelten die ersten Waldecker Holztage. © Wilhelm Wagener

Kevin Bergmann, Vorsitzender der ausrichtenden Schlepperfreunde Auenberg, eröffnete am Samstag die ersten Waldecker Holztage.

Martin Berthold vom Kommunalwald Waldeck-Frankenberg informierte über die GmbH mit 23 Gesellschaftern und 35 000 Hektar Waldfläche. Berthold zeigte sich erfreut, dass bei dem Odershäuser Fest der Wald und seine Bewirtschaftung im Fokus stehen. „Er hat es verdient, denn er dient uns als Wasserspeicher, Luftfilter, Holzlieferant, Lebensraum, Erholungsraum und Landschaftsbild.“

Streifzug durch Geschichte der Landwirtschaft

Spannend war es bei den Holzsportlern auf der Bühne. Um Waldbewirtschaftung drehten sich weitere Aktionen. Ein Forstunternehmer zeigte mit einem Harvester (Holzernter) das Fällen, Entasten und Sägen eine Baums. Rückezüge transportierten die Zuschnitte zum Holzhäcksler, der diese in Sekunden zu Hackschnitzel verarbeitete. Vorführungen im Brennholzschneiden, ein mobiles Sägewerk und Kettensägen-Reparatur umrahmten das Programm.

Moderne Forstmaschinen wurden vorgeführt, und heimische Forstbetriebe stellten ihr Können zur Schau. Die angereisten Traktoren aus mehreren Ländern, darunter viele betagte „Dieselrösser“, animierten zum Streifzug durch die Geschichte der Landwirtschaft.

Stimmung bis zum Morgen

Bei einer gemeinsamen Feier der Schlepperfreunde Auenberg und des Schützenvereins Odershausen mit der „Hessentaler Partyband“ herrschte beste Stimmung bis in die Morgenstunden hinein.

Beliebt: Quadparcours.
Beliebt: Quadparcours. © Wilhelm Wagener

Das Programm wurde am Sonntag fortgesetzt. Es begann mit einem Frühstück im Festzelt. Die Friedrichsteiner Schlossbergmusikanten gaben ein Platzkonzert. Im Freigelände boten Händler alles rund um Traktoren zum Verkauf an. Kinder vergnügten sich in der Hüpfburg oder beim Quadfahren.

Holzsportler mit Motorsäge und Axt

Auf der Aktionsbühne von Stihl Timbersports sahen Schaulustige spektakuläre Ausschnitte aus sechs Disziplinen. Beim „Underhand Chop“ geht es um das Zerteilen eines gefällten Baums. Die Athleten durchschlagen Stämme mit der Axt. „Standing Block Chop“ simuliert das Fällen mit der Axt.

Ein senkrecht verankerter Holzblock muss so schnell wie möglich durchschlagen werden. Präzise Axtschläge sowie ein kraftvoller Schwung sind entscheidend. Bei „Stock Saw“ arbeiten alle Wettkämpfer mit einer Motorsäge. Mit einem Abwärts- und einem Aufwärtsschnitt müssen Holzscheiben in definierter Stärke abgesägt werden.

Starke Männer: Timbersport auf der Bühne.
Starke Männer: Timbersport auf der Bühne. © Wilhelm Wagener

Beim „Single Buck“ wird mit einer zwei Meter langen Handzugsäge eine Holzscheibe von einem horizontal befestigten Block abgesägt. Für eine Zeit von unter 15 Sekunden sind Rhythmus und Technik entscheidend. „Hot Saws“ – extrem leistungsstarke Motorsägen mit 30 Kilogramm Gewicht, 80 PS und einer Kettengeschwindigkeit von 240 km/h – verlangen den Sportlern Höchstleistungen ab für exakte Baumscheiben. Bei der Königsdisziplin, dem Springboard, werden zwei Trittbretter in einen senkrecht verankerten Holzstamm platziert. Von dort muss ein Holzblock in 2,80 Metern Höhe durchschlagen werden. Neben Technik und Kraft geht es hier um Balance und Geschicklichkeit.

Die Teams im Bratwurststand und in Kawis Feldküche mit Suppen aus der Gulaschkanone kamen dem Andrang der hungrigen Besucher kaum hinterher. Zum Kaffee lockte eine reichhaltig bestückte Kuchentafel ins Festzelt.

Wie neu: Güldner-Oldtimer.
Wie neu: Güldner-Oldtimer. © Wilhelm Wagener

37. Königsschießen in Odershausen

Das 37. Schützenfest begann mit dem Aufstellen des Ehrenzuges des Schützenvereins Odershausen, der Schützengilde Sachsenhausen und den Löhlbacher Schützen am Schützenhaus an der Koppe. Nach Kranzniederlegung am Ehrenmahl ging es zum Festzelt. Der Spielmannzug der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wildungen gab ein Platzkonzert vor gut gefüllten Reihen.

Die Königsproklamation begann mit dem Einmarsch der noch amtierenden Königin Annette Kiesewalter und ihrem Prinzgemahl Gerhard, Ehrendamen Lilly Lakomy und Paula Schmidt mit dem Gewehrzug und der designierten Königin. Vorsitzender Reiner Lock begrüßte die Schützen und die Königspaare der Vereine aus Reinhardhausen, Braunau, Bergfreiheit, Löhlbach, Sachsenhausen, Wellen, Giflitz und Altwildungen.

Grußworte sprach Bürgermeister Ralf Gutheil. Unter dem Kommando von Volker Lakomy, Hauptmann des Schützenvereins Odershausen, ging es weiter. Ritterorden und Ritterschlag erhielten Axel Raabe (erster Ritter), Jens Kramer (zweiter Ritter), Dieter Braun (dritter Ritter), Erich Syring (vierter Ritter), Manuela Grabe (fünfter Ritter), Ramona Müller (sechster Ritter), Volker Lakomy (siebter Ritter).

Ulrike Viehmeier regiert die Odershäuser Schützen

Die Ehrendamen nahmen Reiner Lock die Vizekönigskette ab und enthoben Annette Kiesewalter mit Abnahme der Königskette und des Diadems ihres seit drei Jahren ausgeübten Amtes.

Feierliche Inthronisierung im Festzelt.
Feierliche Inthronisierung im Festzelt. © Wilhelm Wagener

Die neue Königin Ulrike Viehmeier wurde inthronisiert. Mit dem Vereinseid wurde der Regentenwechsel vollzogen. Ulrike Viehmeier ist die dritte Königin der Vereinsgeschichte und die erste Königin, die ohne einen Prinzen an ihrer Seite regiert. Nach alter Vereinstradition wählte sie den ersten Ritter Axel Raabe als Adjutant.

Reiner Lock ehrte im weiteren Verlauf langjährige Vereinsmitglieder. 25 Jahre Mitgliedschaft: Mike Blaha, Olaf Braun, Christina Isgen, Mario Isgen, Annette Kiesewalter, Michael Lormes, Gudrun Schneider. 40 Jahre: Dieter Braun, Norbert Kunigk, Volker Lakomy, Melanie Ries, Anita Schaumburg, Meik Syring, Rosemarie van Koll, Gerd Windhausen, Gerd Wollmert. 50 Jahre: Wolfgang Kramer. 60 Jahre: Alfred Hucke.

Die neue Königin eröffnete den gemütlichen Teil durch einen Tanz mit dem zweiten Vorsitzenden Erich Syring, die anwesenden Königspaare schlossen sich an. (Wilhelm Wagener)

Auch interessant

Kommentare