Richard Oppenheimer und Gershon Willinger berichten im "Theater am Bunker"

Schicksale zweier jüdischer Wildunger Familien

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Richard Oppenheimer (links) und Gershon Willinger: Sie berichten in Bad Wildungen Anfang November vom Schicksal ihrer Familien.

Bad Wildungen – Richard Oppenheimer am 5. und Gershon Willinger am 6. November berichten jeweils ab 19.30 Uhr im "Theater am Bunker" vom Schicksal ihrer Familien während der Nazizeit.

Sie erzählen auch von der Aufarbeitung dieser Vergangenheit und wie sie und ihre Familien damit umgehen. Oppenheimer und Willinger waren schon mehrfach in Bad Wildungen, Stolpersteine in der Badestadt erinnern an das Leben, an das Leid und die Ermordung ihrer Angehörigen. Ein Gespräch mit Richard Oppenheimer im Frühjahr des Jahres hat maßgeblich die Arbeit des „Thespis-Karren“ zum Theaterabend „Paradies Heimat“ beeinflusst.

Richard Oppenheimer ist Nachfahre der Familie Mannheimer aus Bad Wildungen. Sein Großvater war Viehhändler und lebte mit seiner Frau Lina und drei Kindern in der Lindenstraße 12: Nach der Pogromnacht 1938 wurde er vorübergehend in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert und ein Jahr später mit der ganzen Familie nach Kassel abgeschoben. Damit galt die Badestadt im Nazi-Jargon als „judenfrei“.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden große Teile der Familie ermordet. Allein die Großmutter Lina und Mutter Erika haben überlebt, kehrten kurzfristig nach Bad Wildungen zurück und wanderten in die USA aus. Richard Oppenheimer wurde 1950 in New York geboren.

Gershon Willinger war zweieinhalb Jahre alt, als der Krieg ausbrach, hatte bereits seine Eltern verloren und selbst in drei Konzentrationslager überlebt.

Seine schweren Verletzungen machte er später zu seinem Lebensthema und arbeitete als Sozialarbeiter mit traumatisierten Jugendlichen in Kanada.

Sein Vater Guido war Mitte der 1930 Jahre als Koch im damaligen Bad Wildunger Palasthotel der Familie Baruch in der Brunnenallee 29 angestellt. Später floh er mit seiner Ehefrau Edith Helene ins niederländische Amsterdam, wo ihn die Nazis aufspürten und deportierten.

Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei, Spenden für die Aktion Stolpersteine werden erbeten. Anmeldungen werden erbeten im „Buchland“ unter Telefon 05621 9674743 oder per mail an lesen@buchland-bw.de. -szl-

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