Zu Besuch im Schloss Friedrichstein in Bad Wildungen

Barocke Pracht mit Aussichtspunkt

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Auffahrt zum Schloss.

Das stolze Schloss Friedrichstein, einst Sitz der Wildunger Linie des Waldeckischen Grafen- und Fürstenhauses, prägt mit seiner leuchtend gelben Fassade – zumal abends –maßgeblich die eindrucksvolle Silhouette von Bad Wildungen.

Es liegt auf einem etwa 300 Meter hohen bewaldeten Bergkegel im Stadtteil Altwildungen und hat nur von Norden her einen Zugang über eine steinerne Brücke, die zum Innenhof und zum beliebten Aussichtspunkt auf der Altane führt. Bis heute erhalten ist der mächtige Rundturm, einst Bergfried der früheren Burg.

Originale Rüstungen.

Seine wechselhafte Geschichte lässt sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Ursprünglich als gotische Burg errichtet, wurde der mittelalterliche Bau von Graf Josias II. von Waldeck (1636-1669) Mitte des 17. Jahrhunderts durch ein imposantes Barockschloss ersetzt. Als Josias II. im Kampf gegen die Osmanen fiel, war der Bau noch nicht fertiggestellt. Friedrich Anton Ulrich (1676-1728), dem Neffen des verstorbenen Grafen, sind sowohl die Vollendung der verbliebenen Umbaumaßnahmen zu seiner heutigen Gestalt mit drei Flügeln als auch die Namensgebung „Friedrichstein“ zu verdanken.

Die prachtvollen Stuckaturen von Andreas Gallasini sowie die Deckengemälde von Carlo Caselli zieren jedoch noch heute die Innenräume.

Geschichte des Fürstentums

Das Schloss steht heute im Eigentum des Landes Hessen. Nach grundlegender Restaurierung richtete die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) ab 1980 im West- und Nordflügel ein Museum ein. Neben der Abteilung „Militär- und Jagdgeschichte“ ist hier auch ein „Waldecker Kabinett“ zu besichtigen, das uns die Geschichte des Schlosses und des Fürstentums Waldeck-Pyrmont näher bringt.

Gut erhalten: Türkenzelt aus dem osmanischen Reich.

Die übrigen Räume zeigen die Geschichte der Landgrafschaft Hessen-Kassel von ihrer Gründung 1567 bis zur Annektierung 1866 durch Preußen. Bemerkenswert ist die Jagdabteilung mit Gegenständen aus dem Besitz der Landgrafen sowie die vor einigen Jahren neu gestaltete Abteilung mit Beutestücken aus den Türkenkriegen, in der unter anderem ein aufwändig restauriertes, mehr als 300 Jahre altes Prunkzelt eines osmanischen Herrschers zu bewundern ist.

Info: www.museum-kassel.de, Öffnungszeiten von April bis 31. Oktober: Di-So und feiertags 10-17 Uhr. Das Museum ist derzeit für Einzelbesucher zugänglich, Gruppenführungen finden nicht statt. Vor dem Besuch sollten die Besucher mit „Aktuellen Informationen“ die Einschränkungen prüfen. Für jedes Haus gilt eine begrenzte Besucherzahl. Die allgemein gültigen Abstandsregeln und das Tragen eines Mund-/Nasenschutzes sind während des Museumsbesuches verpflichtend. Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 2 Euro, für Kinder bis 18 Jahre frei.

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