Folk im Park erstmals im Bad Wildunger Kurpark: Hochkarätiges im Blütenmeer

Vom Schloss zum Park - ein Volltreffer

Bad Wildungen - Das 17. Festival „Folk im Schloss“ wurde als „Folk im Park“ vor der Konzertmuschel an der Wandelhalle im Kurpark eröffnet. Die Besucher erlebten im blühenden Park an einem warmen Sommerabend Folkmusik in unterschiedlichen Stilrichtungen.

„Die See – neue Sounds von Nord- und Ostsee“ war das Folk-Festival-Programm überschrieben, das ausgerechnet von zwei Nordhessen eröffnet wurde. Ihre Heimat ist die Edersee-Region. Stefi Clar, im Hauptberuf Gärtnerin mit Schwerpunkt Gemüsesamen, kommt aus Bad Wildungen und war dort Flötistin der Folkband „Löbelwowon“. Im Kurpark präsentierte sie sich als virtuose Harfenistin, die mit Frieder Kraus (Geige, mongolische Pferdekopfgeige) vor allem eigene Kompositionen spielte und mit ihrer wohlklingenden, warmen Stimme gesungen hat. Clar schuf auf ihrer Tiroler Volksharfe immer wieder sphärische Klangbilder und meditative Stimmungen. Kraus war genialer Begleiter und hervorragender Solist. Zum Song „Vision“, in dem Clar eine bessere Welt anmahnt und den sie mit 16 Jahren geschrieben hat, rief sie Gereon Schoplick auf die Bühne, der damals gemeinsam mit ihr die Musik dazu geschrieben hat. Dafür gab es Sonderapplaus. Die Gruppe „Dànjal“ präsentierte anschließend ein rhythmisch-uriges Kontrastprogramm. Bandleader Dànjal à Neystabo, Pianist, Sänger, Regisseur, Komponist, Bühnen- und Kinderbuchautor kommt von den Faröer Inseln und hatte Musikerkollegen mit Mandoline, Klarinetten, Bass und Schlagzeug aus Schweden, Dänemark und Finnland mit nach Bad Wildungen gebracht. Die Gruppe zeigte eine oft skurrile Bühnenschau mit Gags und Überraschungen. Die europäischen Nordlichter imponierten mit schier unbändiger Spielfreude. „Dànjal“ spielte ein imponierendes Crossover-Programm zwischen Blues, Tango, Jazz, Klassik, Folk, Klezmer und Rock in immer wieder überraschenden und großartig gelungenen musikalischen Arrangements und Bühneninszenierungen. Der Beifall wollte kein Ende nehmen. Geradezu mit Applaus überschüttet wurden auch die drei Gruppen am Sonntag. Den Anfang machte „Johana Juhola Reaktori aus Finnland mit „Tango trifft Elektronik“. In der Konzertmuschel unterm grünen Blätterdach und unter Lampions inmitten bunter Sommerblumen spielte Johana Juhola auf ihrem Akkordeon, begleitet von ihrem Bandmitgliedern fröhliche Tangomelodien aus warmen, taghellen Sommernächten und melancholische Tangos aus dem winterlich kalten und dunklen Finnland sowie Musik zwischen Tango Nuevo und Electronica. Gereon Schoplick gelang es, den grandiosen schottischen Geigenvirtuosen Alasdair Fraser und die amerikanische Cellistin Natalie Haas zu ihrem einzigen Deutschland-Konzert in diesem Jahr nach Bad Wildungen zu verpflichten. Der Geiger ist weltweit gefragter Virtuose und hat mit seinem Spiel die Zuhörer begeistert. Gemeinsam mit der jungen Cellistin und deren ungewöhnlicher Bogenführung at Fraser leidenschaftliche und melancholische Melodien aus den schottischen Highlands mit Hingabe und Können interpretiert.Den Abschluss des rundum gelungenen Festivals in einer warmen Sommernacht machten Helene Blum (Gesang, Geige, Gitarre) und Harald Haugaard (Fiddle, Mandoline) mit der Begleitung von Kristine Elise Pedersen (Cello), Mikkel Grue (Gitarre) und Sune Rahbek (Schlagzeug). Jeder Takt ließ erkennen, dass diese Musiker schon lange ein Team sind und in absolutem musikalischen Gleichklang daherkommen. Die dänische Stimme Helene Blum sang glockenrein und wohltönend dänische Balladen und spielte Geige. „Wir können gar nichts anderes als dänische Musik spielen“, frozzelte der brillante Geiger Harald Haugaard und stimmte in neue und traditionelle Lieder, Balladen und Tänze mit ein. Das war Dänen-Folk at it’s best!Fazit nach dem 18. „Folk im Schloss/Park“-Festival: Es war ein gelungenes Fest mit hochkarätigen, spannenden Musikern in besonders schönem Ambiente des blühenden Kurparks. (szl)

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