Amtsgericht Fritzlar findet keine Antwort  auf die zentrale  Frage in einem Prozess um  Körperverletzung und lädt nun Zeugen vor

Schlug der Angeklagte seinen Wildunger Vermieter oder nicht?

+
Das Amtsgericht Fritzlar beraumt einen weiteren Verhandlungstag in einem Prozess wegen Körperverletzung an.

Bad Wildungen – Weil der Angeklagte die Vorwürfe vehement bestreitet und viele Fragen offen blieben, gibt es im Prozess wegen vorsätzlicher Körperverletzung gegen einen 33-Jährigen aus dem Hochsauerlandkreis einen weiteren Verhandlungstag vor dem Amtsgericht Fritzlar.

Der Termin steht allerdings noch nicht fest.

„Ich schwöre bei Gott und beim Leben meiner Tochter, ich habe diesem Mann nichts getan“, sagte der Angeklagte. "Dieser Mann" ist sein ehemaliger Wohnungsvermieter in Bad Wildungen. Im Oktober 2017 – so die Anklage der Staatsanwaltschaft Kassel – soll der Angeklagte seinem Vermieter im Hausflur eines Mehrfamilienhauses mit der Faust in den Magen geschlagen haben. Aufgrund von Unstimmigkeiten hatte der Zeuge dem 33-Jährigen zuvor die Wohnung gekündigt, erläuterte die Staatsanwältin vor Gericht.

„Wir waren keine guten Mieter“, gestand der Mann auf der Anklagebank ein, der ohne Verteidiger erschienen war. Die Kündigung sei berechtigt gewesen.

Bei einem Termin im Haus, berichtete der 55 Jahre alte Vermieter, sei der Angeklagte „brüllend auf mich zugekommen und hat mir mit der Faust eine verpasst“. Er sei geboxt worden. Dann habe er die Polizei angerufen. „Es hat einen Tag weh getan“, sagte der Vermieter. Die Polizisten hätten ihm geraten, das Krankenhaus aufzusuchen. Ein ärztliches Attest lag dem Gericht nicht vor.

„Man kann sich das nicht gefallen lassen, irgendwann hört das auch mal auf“, meinte der Vermieter. Beleidigungen gegen ihn seien vorausgegangen. Er habe nicht gewusst, dass der Mieter eine Therapieeinrichtung aufsuchen wollte. „Ich habe diesen Mann nicht geschlagen“, formulierte daraufhin der Angeklagte erneut. „Ich kann nur die Hälfte der Beweisaufnahme durchführen“, erklärte Richterin Corinna Eichler angesichts der ungeklärten Situation.

Als Zeugen geladen werden nunmehr die Polizeibeamten, die Lebensgefährtin und ein Bekannter des Angeklagten sowie die Frau des Vermieters. (ms)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare