Bad Wildungen

Schneewittchens neue Kleider

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- Bad Wildungen (höh). Kostüme von der Stange kommen für Schneewittchen & Co. nicht infrage. Märchenhafte Entwürfe brachten Studenten im Rahmen eines Projekts zu Papier. Eine Jury wählte gestern drei Ideen aus – nach diesen Vorgaben fertigt eine Spezialschneiderei festliche Roben.

Das beliebteste deutsche Märchen habe für Wildungen eine besondere Bedeutung, betont Bürgermeister Volker Zimmermann. „Schneewittchen lebt in Bergfreiheit.“ Das Märchen von der Königstochter und den sieben Zwergen bezaubert alljährlich bei den Theateraufführungen auf der Naturbühne kleine und große Zuschauer. Nun brauchen die Darstellerinnen ein neues Kostüm. Gestaltung, Material und Farbauswahl sollten eng an das Märchen angelehnt sein, außerdem muss Schneewittchens neues Kleid sowohl für repräsentative Aufgaben als auch für die Bühnenauftritte samt Sterbe- und Reiterszene geeignet sein.

Heimat- und Verkehrsverein des Schneewittchendorfs Bergfreiheit, die Stadt Bad Wildungen und das Stadtmarketing starteten gemeinsam mit der Hessischen Werkakademie für Gestaltung der Handwerkskammer in Kassel ein Projekt. Elf Studenten befassten sich intensiv mit Mode aus vergangenen Zeiten und der Historie, besuchten Bergfreiheit und Museum. Unter Anleitung der Dozentinnen Dr. Ellen Markgraf und Karin Bohrmann-Roth entstanden 30 verschiedene Entwürfe.Neben der schönen Prinzessin „kleideten“ die Studenten auch die böse Schwiegermutter aus Grimms Märchen neu ein. Darüber hinaus entwarfen sie für die historische Vorlage der Märchenfigur Schneewittchen – die Grafentochter Margaretha von Waldeck, ein Kleid. Sie lebte auf Schloss Friedrichstein, erläuterte Bürgermeister Zimmermann. Derzeit würden intensive Gespräche mit den Museumslandschaften Kassel geführt, mit dem Ziel, einen Ausstellungsraum im Altwildunger Schloss einzurichten, der ihr gewidmet wird. „Auch Schloss Waldeck hat sehr großes Interesse an den verwandtschaftlichen Vorfahren.“ Der Bad Arolser Fürst Wittekindt zu Waldeck und Pyrmont habe Möbel aus seinem reichhaltigen Fundus für die Präsentation im Museum signalisiert.

Bürgermeister Zimmermann als Vorsitzender einer Auswahl-Jury und und die weiteren Mitglieder Gabriele Zimmermann, (Bad Wildungen), Karin Wilke und Arnfried Wilke vom Heimat- und Verkehrsverein Bergfreiheit sowie Heimatforscher Eckart Sander aus Borken und Reckhard Pfeil vom Kur- und Verkehrsverein Bad Wildungen zeigten sich beeindruckt von den Ergebnissen. Die Entwürfe der Studenten waren in Bergfreiheit ausgestellt und sind noch bis zum 24. November in der Bad Wildunger Wandelhalle zu sehen.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Freitag, 11. November

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