Wildunger Antrag auf Tempo 80 an der Wegaer Brücke vom Kreis abgelehnt

Schnell weg da, weg da, weg...

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Blick vom Fahrersitz beim Versuch, vom Parkplatz an der Ederbrücke Wega auf die Landstraße zurückzufahren. Für die Kontrolle per Spiegel empfiehlt sich allerdings ein Fernglas. Spiegellos freie Sicht Richtung Wega genießt der Autofahrer erst, wenn er mit dem Motorraum seines Wagens die rechte Fahrspur blockiert.Foto: Schuldt

Bad Wildungen - Schnell weg da in Wega: Der Ortsbeirat und die Stadt Bad Wildungen hatten vor der Landratswahl beim Kreis darum gebeten, an der Ederbrücke Wega die auf Landstraßen gestatteten 100 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit auf 80 abzusenken.

Die Wildunger Seite hatte das Ansinnen auf Wunsch von Landwirten formuliert, die bereits kritische Situationen erlebt hätten, wenn sie vom Feldweg am Parkplatz Ederbrücke mit Schlepper inklusive Anhänger oder Gerät auf die Landstraße eingebogen seien. Mit Tempo 100 rauscht der Verkehr aus beiden Richtungen heran.

Die Antwort der Kreisverkehrsbehörde liegt seit einigen Tagen vor, teilt die Wildunger Stadtverwaltung mit. „Unser Antrag ist abgelehnt“, sagt Bürgermeister Volker Zimmermann.

Die Begründung geht auf die Bedenken der Landwirte nicht ein. Stattdessen verweist die Fachbehörde auf die Tatsache, dass auf dieser Strecke nicht mehr Unfälle passiert seien als auf vergleichbaren.

Ordnungsamtsleiter Martin Segeler ist nach eigener Auskunft dabei, Angaben der Bauern über mögliche Beinahe-Unfälle zu sammeln und sie der Kreisverkehrsbehörde als Begründung für ein vorbeugendes Handeln zu präsentieren.

Ein weiteres Problem an dieser Stelle spielte im Schriftverkehr keine Rolle. Für Pkw-Fahrer verstellt das Schutzgeländer zwischen dem Radweg und der Fahrbahn den Blick beim Abfahren vom Parkplatz.

Wer den Verkehr am anderen Brückenende entdecken möchte, muss so weit vorziehen, dass er mit dem Motorraum seines Wagens die rechte Spur blockiert. Ein Straßenspiegel gegenüber soll Abhilfe schaffen, doch er steht relativ weit entfernt.

Bei diesigem oder regnerischem Wetter empfiehlt sich der Einsatz eines Fernglases, um auf dem Spiegel etwaige, mit 100 km/h herannahende Autos oder Motorräder auszumachen.

Der Abstand zwischen den Ortsschildern von Wega und Wellen beträgt rund 850 Meter. Abzüglich der Beschleunigungsphase verbleiben grob 800 Meter, auf denen die Parole Bleifuß bis 100 gilt. Im Vergleich zu Tempo 80 auf der gesamten Strecke (der entlang auch die Ausfahrt des Wellener Sportplatzes und die Einmündung eines weiteren Feldweges liegen) ergibt das einen Zeitgewinn von 7,2 Sekunden.

An der Wegaer Ederbrücke gilt ein alter Refrain von Liedermacher Hermann van Veen: „Schnell weg da, weg da, weg...“

Die Presseanfrage beim Landkreis Waldeck-Frankenberg um eine Stellungnahme zu seiner Entscheidung ist gestellt.

Von Matthias Schuldt

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