Die Ausgabe 2012 des Festivals „Folk im Schloss“ wieder mit viel Faszinierendem

Schubert mit Afrika-Rhythmen

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Die spezielle Atmosphäre ist einer der vielen Pluspunkte des Wildunger Festivals „Folk im Schloss“.

Bad Wildungen - Ein kleines, feines Musikereignis mit hervorragendem Ruf in ganz Deutschland. Zu Recht, wie das Programm der Ausgabe 2012 erneut belegt. „Westwärts“ lautet das Motto beim „Folk im Schloss“ am 27./28. Juli.

„Ich hätte mir zu Beginn 1996 nicht träumen lassen, dass daraus so ein langlebiges Projekt wird“, sagte Festivalleiter Gereon Schoplick gestern bei der Vorstellung des Programms. Trotz der Klammern, die der Folk und das Motto bilden, warten zwei sehr unterschiedliche Musikabende auf das eingeschworene Publikum in der besonderen Atmosphäre des Schloss-Innenhofes.

Am Freitag bestreiten die Gruppen „Cara“ und „Beoga“ von 20 bis 23 Uhr eine Irish Folk Night. Cara hat ihren Sitz in Deutschland, ist aber international besetzt mit Musikern aus Deutschland, Irland, Slowenien und Schottland. „Sie haben in Irland und USA mit Erfolg Tourneen absolviert und wurden mit dem begehrten ‚Irish Music Award‘ in Dublin ausgezeichnet“, unterstreicht Schoplick.

Beoga sei der New Irish Folk Music zuzuordnen und habe einen eigenen Sound geprägt. Beide Bands kennen sich gut und bringen als Höhe- und Schlusspunkt eine gemeinsame Session auf die Bühne.

Am Samstag zieht die Folkgemeinde weiter Richtung Westen, über Westafrika bis zu den Kapverden und in die Karibik. „Das hat viel mit Geschichte zu tun, denn die Musik auf der anderen Seite des Atlantiks entstand, weil afrikanische Sklaven dorthin verschleppt wurden“, erklärt der Festivalleiter.

Das Duo „Papaul“ mit Papa Dieye aus dem Senegal und dem Beat-Boxer (Percussion mit Stimme, Zunge, Gaumen und Lippen) Paul Brenning zaubert ab 18 Uhr neue Hörerlebnisse, wenn es zum Beispiel ein Schubert-Lied mit afrikanischen Rhythmen unterlegt oder Meeresrauschen, Wüstenwind und Elektrosounds ohne Hilfsmittel lautmalt.

Um 19.30 Uhr folgen Gabriela Mendes & Conjunto Creolo mit Liedern von den Kapverdischen Inseln, die mitten im Atlantik liegen zwischen Portugal, Westafrika und Brasilien und Elemente all dieser drei Kulturen vereinen, auch in der Musik. „Locker, swingend klingt das bei dieser Formation“, sagt Gereon Schoplick.

Den Schlusspunkt setzen von 21.15 bis 22.30 Uhr Aurolio & Garifuna Soul Band. „Garifuna-Musik entstand, nachdem ein Sklavenschiff vor dem karibischen Belize einst strandete.“ Die Afrikaner flohen, fanden Unterschlupf bei den Indianern und begründeten in der Folge mit ihnen eine neue Kultur mit einem eigenen Musikstil. „Tanzbar“, beschreibt Gereon Schop­lick diesen Mix in einem Wort.

Eintritt: pro Abend und Person 17 Euro, für die Festivalkarte 24 Euro. Vorverkauf: Tourist-Info, Brunnenallee 1 oder 0800/7910100. Weitere Infos: www.folk-im-schloss.com.

Lohnenswert

Die Stadt investiert 20?000 Euro in das Festival, die Wal­decker Bank seit 1996 jährlich 1500 Euro. Auch der Wildunger Unternehmer Jürgen Weste unterstützt das Ereignis seit damals. Der Einsatz lohnt sich, betonen Bürgermeister Volker Zimmermann und Reckhard Pfeil vom Stadtmarketing. Das Festival zieht viele Gäste von außerhalb an. Wie bei den anderen Kulturereignissen in der Badestadt schnüren Hotels und Pensionen jedes Jahr Pauschalangebote mit diesen Ankerpunkten. An beiden Tagen werden bis zu 1000 Besucher erwartet.(su)

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