Video der Mathias-Bauer-Schule ein Preisträger des Wettbewerbs Schülerbibliothek

Schule in 2030 - nur ein App?

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Bad Wildungen - Schüler der Mathias-Bauer-Schule gehören mit ihrem Video „Offline“ zu den Preisträgern des Wettbewerbs Schülerbibliothek.

Ort des Geschehens: eine Schule. Unterricht, der Lehrer erklärt Netzwerke. Langweilig, kein Bock mehr zuzuhören. Dann spielen Jugendliche gern mal mit dem Handy. Was aber, wenn es nicht bei diesem Spiel bleibt, sich der Spielende direkt in der virtuellen Welt wiederfindet? Dann, ja dann kann sich auch der Lehrer nur noch ausloggen.

Damit ist das Ende des Videos, das acht Schülerinnen und Schüler der Mathias-Bauer-Schule während ihrer Projektwoche im Dezember gedreht haben, bereits vorweggenommen. Erfolgreich haben sie damit an dem kreisweit ausgelobten Wettbewerb Schülerbibliothek teilgenommen, sie gehören zu den fünf Preisträgern.

Am kommenden Montag werden in Korbach die Platzierungen bekannt gegeben. Bis dahin herrscht in der Mathias-Bauer-Schule noch Spannung. Das Thema, wie virtuelle Netzwerke das Leben von Schülern im Jahr 2030 prägen werden, war durch den Wettbewerb vorgegeben. Das Drehbuch schrieb der Lehrer und Projektleiter Timo Scheidtweiler gemeinsam mit seinem Freund David Becker, einem freien Journalisten. „Wir haben bewusst Lücken gelassen, um eigene Ideen der Schüler einzubauen“, erinnert sich Scheidtweiler.

Diese Möglichkeit nutzten die Siebt- bis Neuntklässler gerne. Im Film bleibt es nicht bei einer normalen Handy-Nutzung, die Jugendlichen spielen tatsächlich. Fußball zum Beispiel, oder sie verwandeln sich in Spider Man oder Super Mario.

Eine andere Szene: Zwei Mädchen unterhalten sich, da fragt die eine ihre Freundin, ob sie denn noch mit ihrem Freund zusammen sei. Diese antwortet: „Da muss ich erst mal bei Facebook nachschauen.“ Dennis berichtet von seiner Erfahrung als Mobbing-Opfer im Film: „Ich wurde beleidigt und gejagt, das war ein komisches Gefühl.“

Drei Tage haben die Jugendlichen gedreht, einige kümmerten sich auch um die Technik. „Das war mal was anderes im normalen Schulalltag“, sind sich alle einig. „Wie funktioniert das mit den Effekten?“, das wollte Benedikt wissen. Das Spielen hat Daniel beeindruckt: „Längere Zeit still stehen, mit einem starren Gesichtsausdruck und dabei nicht in die Kamera schauen, das war ganz schön anstrengend.“ Erstaunt waren alle darüber, wie viel Material nötig ist, um einen Film zu drehen. Spannend war auch, dass ein Film in einzelnen Szenen gedreht wird und nicht chronologisch. Wie schwierig das Schauspielern ist, das war am Ende allen klar.

Durch das kleine Netzwerk, die Freundschaft zwischen Timo Scheidtweiler und David Becker konnte das elfminütige Video kostengünstig hergestellt werden. Als kleine Schule bei einem solchen Wettbewerb einen Preis zu gewinnen, freut den Initiator Scheidtweiler sehr. Das Preisgeld ist für die Schülerbibliothek vorbehalten. „Für die Jugendlichen springt aber auf jeden Fall noch ein Döner raus“, verspricht Timo Scheidtweiler.

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