Bad Wildungen

Sensationell: 1,5 Millionen Übernachtungen

- Bad Wildungen (jm). Erstaunlich: Einzelhandel und Gastronomie klagten einträchtig über flaue Zeiten. Und doch war 2009 im Hinblick auf Kur und Tourismus das beste Jahr seit Langem für die Badestadt.

Details gibt es erst später, jedoch ein per Hochrechnung ermitteltes Endergebnis: 1,49 Millionen Übernachtungen in Bad Wildungen und Reinhardshausen. Das wäre die höchste Zahl seit dem tiefen Einschnitt ab 1995, als im Zuge der schweren Kurkrise die Übernachtungen beim deutschen Kur-Vizemeister von zwei Millionen auf etwa die Hälfte einbrachen. „Sensationell“, Staatsbad-Chef Sabine Lauffer kann es selbst kaum glauben. 2008 war mit 1,42 Millionen bereits ein Rekordjahr nach gleichfalls beachtlichen 1,36 Millionen Übernachtungen in 2007. Bei den Gästen erwartet Lauffer eine Steigerung von 120 590 (in 2008) auf 129 000. Überraschenderweise gelang die neue Bestmarke im Jahr der nationalen und weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, eigentlich alles andere als eine gute Ausgangsposition für den Kur-Riesen. Lauffer: „Wir hatten uns zu Beginn dieses extrem kritischen Jahres keine besonderen Hoffnungen gemacht.“ Hauptstabilitätsfaktor waren wieder einmal die rund 20 Reha-Kliniken in den beiden Bädern, sie waren das ganze Jahr über gut belegt. „Unsere Kliniken sind sehr gut aufgestellt, sie lassen sich stets etwas Neues einfallen. Und es wird in die Zukunft investiert“, stellt Lauffer den Rehabilitations-Kliniken ein hervorragendes Zeugnis aus. Dass Kaufmannschaft und Gastronomen von der stattlichen, ständig am Ort verweilenden Gästeschar weitaus weniger profitieren als in den „goldenen Jahren“ vor 1995, hat seinen Hauptgrund in der veränderten Gästestruktur. Das „Krankengut“, so sagen die Fachleute, ist schwerer und älterer geworden. Der typische Reha-Patient an Brunnenallee und Reinhardsquelle gibt in Geschäften, Kneipen und Tanzlokalen weniger aus, bleibt abends häufig „zu Hause“ in seiner Klinik. Daran wird sich nichts ändern, deshalb konzentriert sich Lauffers Team auf den Privatgast, den Selbstzahler, die oftmals beschworene Zielgruppe „40 plus“. Hier sieht die Geschäftsführerin von Staatsbad und Wirtschaftsförderung (seit Anfang 2008 „am Ruder“) weiterhin erhebliches Entwicklungspotenzial. „Wir werden immer älter, wollen gesünder älter werden. Doch die Krankenkassen schrauben ihre Leistungen zurück. Jeder ist für seine Gesundheit selbst verantwortlich, diese Erkenntnis setzt sich durch.“ Sabine Lauffer rechnet fest damit, dass die Kur- und Gesundheitsstadt Bad Wildungen von diesem gerade angelaufenen Trend kräftig profitieren kann.Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Montag, 1. Februar 2010.

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