Veranstaltung der Verkehrswacht und des Seniorenbeirates am Sonntag

Sicher mobil bleiben auch im Alter

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Ältere Autofahrer profitieren in der Regel von ihrem Erfahrungsschatz und kennen ihre Grenzen besser als jüngere, müssen sich aber nachlassenden Fähigkeiten ihres Körpers stellen.

Bad Wildungen - Verkehrsteilnehmer ab 65 sind seltener in Unfälle mit Verletzungen verwickelt, als es ihrem Anteil an der Gesamtzahl der Auto-, Rad-, Motorradfahrer und Fußgänger entspräche. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.

Verkehrsstatistiken liefern weitere Erkenntnisse, die zum Beispiel das Bild vom besonnenen und vorsichtigen (weil erfahrenen) Älteren hinterm Steuer relativieren. So tragen Autofahrer im Alter von Ende 80 und mehr das gleiche Unfallrisiko wie ein Fahranfänger. Oder: Wegen der schlechteren körperlichen Voraussetzungen sterben im Verhältnis mehr Ältere an den Folgen eines Unfalls als Jüngere. Der Anteil der über 65-Jährigen an tödlich Verunglückten liegt bei 25 Prozent.

Gründe genug also, sich einmal umzuschauen bei „Mobil bleiben, aber sicher!“ am kommenden Blumenkorso-Sonntag, von 11 bis 16 Uhr, in der Wildunger Wandelhalle. Die Frankenberger Verkehrswacht und der Wildunger Seniorenbeirat laden gemeinsam dazu ein.

Es gibt jede Menge Informationen zu Veränderungen im Verkehr einschließlich des Wandels bei Technik und Gesetzen. „So steigt der Anteil älterer Frauen an den Autofahrenden deutlich an. Früher hatten viele Frauen einfach keinen Führerschein“, erklärt Annette Lambertz von der Stadtverwaltung Bad Wildungen. Frauen altern anders als Männer, erfahren andere Einschränkungen durch Erkrankungen.

Ein weiteres Phänomen sei die wachsende Zahl von Elektro-Fahrrädern, mit denen gerade Seniorinnen und Senioren unterwegs seien: „Gelten sie als Fahrrad oder als Mofa? Auch um solche Fragen geht es.“

Mitarbeiter der Verkehrswacht geben wichtige Tipps und Informationen zu weiteren Themen wie Autokauf, Neuerungen der Straßenverkehrsordung, Sicherheit rund ums Auto oder Verhalten als Fahrradfahrer.

Die Besucherinnen und Besucher erhalten die Gelegenheit, das eigene Leistungsvermögen unverbindlich zu testen bei Seh- und Reaktionstests. An Pkw- und Motorradfahrsimulatoren kann jeder seine eigene Leistungsgrenze kennenlernen. Ältere haben durch ihren Erfahrungsschatz in der Regel den Vorteil, dass sie sich ihrer eigenen Grenzen bewusster sind. Parallel lassen bei ihnen Seh- und Hörfähigkeit nach, tritt etwa Nachtblindheit viel häufiger auf.

Gleichzeitig ist Mobilität als Teil der Lebensqualität ein Thema. „Die Mobilität im Alter steigt. Wer mobil ist, nimmt aktiv am Leben teil und erweitert seinen eigenen Horizont“, ergänzt Annette Lambertz dazu.

Die deutsche Verkehrswacht will dem Rechnung tragen mit dem bundesweiten Projekt „Mobil bleiben, aber sicher!“, das sich an ältere Verkehrsteilnehmer wendet. Der demographische Wandel bietet den Anreiz dazu.

Der Eintritt zu der Veranstaltung im Foyer der Wandelhalle ist frei.(su)

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