Achtmonatiges Projekt von Kreis und Arbeitsagentur vermeldet Erfolg:

Sieben von acht Wildunger jungen Arbeitslosen finden durch individuelle Betreuung Ausbildungsplatz

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Trotz niedriger Arbeitslosenquote sind knapp 340 Jugendliche und junge Erwachsene im Landkreis Waldeck-Frankenberg arbeitslos gemeldet und können individuelle Hilfe beim Einstieg ins Berufsleben gut gebrauchen.

Bad Wildungen. Acht arbeitslose Frauen und Männer zwischen 18 und 27 Jahren, die „schwere Rucksäcke durchs Leben tragen“, erhalten eine Perspektive. Sie bekommen eine Lehrstelle.

Als „Rucksack“ bezeichnet Manuela Grabe von der kreiseigenen Bildungsgesellschaft „Delta“ die persönlichen Belastungen der acht jungen Menschen: Erkrankungen, Flucht, schwierige Familienverhältnisse oder fehlende Schulabschlüsse. Hindernisse wie diese verbauten ihnen den erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben – bisher. „Jetzt haben sieben von ihnen einen Ausbildungsplatz“, zieht Claudia Rösser Bilanz, Arbeitsvermittlerin für Jugendliche beim Jobcenter der Arbeitsagentur Waldeck-Frankenberg.

„Jetzt“ bedeutet: zum Ende eines mehrmonatigen Projektes von „Delta“ und Jobcenter, das erstmals in Wildungen lief. Drogist, Augenoptiker, Berufskraftfahrer, Kaufleute, Altenpflegehelfer, Ergotherapeutin: „In solche Berufe starten die Teilnehmer des Kurses demnächst“, sagt Rösser. Fündig wurde das Betreuerteam innerhalb des Landkreises ebenso wie außerhalb in Frankfurt oder Köln. Für einen weiteren jungen Mann laufe die Suche nach einer Lehrstelle im Schreinerhandwerk.

Zum Vergleich: Knapp 340 Jugendliche und junge Erwachsene (15 bis 24 Jahre) sind laut Jobcenter im Kreis arbeitslos gemeldet. Quote: 3,5 Prozent.

Empfohlen über Praktika

Über mehrwöchige Praktika im Rahmen des Projektes empfahlen sich die jungen Leute den Arbeitgebern. Als Türöffner spielte ein Arbeitgeber-Berater des Jobcenters eine zentrale Rolle. Währenddessen trainierte ein Team der „Delta“ mit den jungen Leuten schwerpunktmäßig soziale Kompetenzen. „Obwohl all das im Rahmen einer Gruppe geschieht, haben wir viele Einzelgespräche geführt“, berichtet Gabriele Henkel, eine der Betreuerinnen und Trainerinnen. „Die Lebenshilfe steht im Mittelpunkt: Ängste bewältigen, Selbstbewusstsein, Teamfähigkeit und vor allem Motivation entwickeln“ ergänzt Kollegin Manuela Grabe. „An die Stelle von ‘Müssen’ das ‘Wollen’ setzen“, fasst sie das oberste Ziel zusammen. Von der Gesundheitsvorsorge über das Ordnen der eigenen Geldverhältnisse und Erwerb von Stehvermögen im Behörden-Papierkrieg bis hin zu Bewerbungsschreiben und -gesprächen reicht das breite Spektrum der Kursusinhalte.

Motto: Erst wer sein Privatleben mit individueller Unterstützung sortiert bekommt, hat die echte Chance auf Ankunft in der Berufswelt.

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