Edertal

Was ist sinnvoll, was Luxus?

+

- Edertal (su). Die Gemeinde Edertal kommt finanziell 2011 mit einem blauen Auge davon, obwohl die Verwaltung mit einem Minus von knapp 1,5 Millionen Euro aus der quasi laufenden Geschäftstätigkeit kalkuliert. Ausgeglichen wird der Fehlbetrag aus dem Sparstrumpf, der damit praktisch geleert ist.

Das sind die Eckdaten, über welche die Parlamentarier bei der Verabschiedung des Etats am Donnerstagabend sprachen. Finanzausschussvorsitzender Wilhelm Hankel (CDU) verwies auf die Ursache des Defizits: die weggebrochenen Steuereinnahmen in Folge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise.

„Wir haben es versäumt, Einsparungen im Haushalt vorzunehmen“, kritisierte er und prognostizierte: „Fürs nächste Jahr müssen wir in bestimmten Bereichen prozentual kürzen. Freiwillige Leistungen und Wünschenswertes müssen eingeschränkt werden.“ Doch was ist wünschenswert und was eine sinnvolle Investition in die Zukunft der Gemeinde?

Beispielhaft entzündete sich die Diskussion um dieses Thema an der Edertaler Markt- und Festhalle, von der FWG in der Vergangenheit mehrfach als Luxusprojekt bezeichnet. Das sieht Harald Wieck, Fraktionsvorsitzender CDU, ganz anders: „Wir bringen die Gemeinde voran, ohne in die Verschuldungsspirale zu geraten.“ Die Halle als Luxus zu bezeichnen, sei populistisch. Sie trage zu einer verbesserten Infrastruktur in der Gemeinde bei, „und das zieht Investoren an, wie das Beispiel Baumkronenpfad zeigt.“ Der Bedarf für die Festhalle sei vorhanden, wie die Belegungspläne bewiesen.

Bergheims Ortsvorsteher Heinz-Werner Schreiber bestätigte: Außer für die Bunten Märkte, den Viehmarkt und das Ziegenfest sei sie vor Fertigstellung bereits für ein Konzert, eine Kaninchenschau und eine Hochzeit fest gebucht. „Weitere Anfragen liegen vor“, ergänzte Schreiber. Für Thomas Merle, Fraktionsvorsitzenden der FWG, kein Argument: „Die Halle ist Luxus. Mit 300 000 Euro ist sie jetzt schon 50 000 Euro teurer als geplant und wie gut unterrichtete Quellen berichten, steigen die Kosten noch.“

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 19. März.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare