Passanten machen merkwürdige Beobachtungen am Donnerstagmorgen

Sonderbare Vorfälle im Wildunger Helenental

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„Deutscher Jugendliteraturpreis“: Der kleine Stanniol-Aufkleber weist darauf hin, was in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag im Helenental an einer fein säuberlich errichteten Feuerstelle verbrannt wurde: Bücher.

Bad Wildungen – Verkohlte Überbleibsel von einem Haufen Bücher erregten Aufsehen im Wildunger Helenental.

Das Umfeld von Sonderbach und Helenenquelle im gleichnamigen Tal scheint Menschen auf absonderliche Gedanken zu bringen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verbrannte jemand auf der Wiese vor der Helenental-Alm einen Haufen Bücher.

Eine gefährliche Idee angesichts der Staubtrockenheit im Wald des schmalen Tales, bestätigt der Wildunger Bauhofleiter Ralf Blümer auf Nachfrage. Der Bauhof wurde am Donnerstagmorgen von Passanten informiert. Sie hatten die verkohlten Reste der Bücher entdeckt.

Offenbar befand sich Jugendliteratur darunter. Ein Stanniol-Aufkleber „Deutscher Jugendliteraturpreis“ überstand die Flammen. Drei Romane blieben gar unversehrt liegen. Isabel Abedis „Die längste Nacht“ und „Dieses Buch ist gar nicht gut für dich“ von Pseudonymous Bosch zählen zur Jugendliteratur. „Die Toten im Schnee“ sind das Krimi-Debut des Italieners Giuliano Pasini. Bauhofmitarbeiter nahmen die drei Bücher mit, die sich in gutem Zustand befinden.

Als wäre allein das nicht merkwürdig genug, gesellt sich ein weiterer kurioser Umstand hinzu: Vor dem Anzünden der Bücher wurde die Feuerstelle fein säuberlich eingefasst mit Steinen aus dem Bach und losen steinernen Sockelleisten vom Pavillon. Ein einzelner Stuhl stand vor dem Arrangement, daneben ein kleiner Hauklotz aus einem Baumstämmchen.

Im Helenental gehen im Sommer frühmorgens wie spätabends viele Leute spazieren, vorzugsweise mit Hunden. Einer dieser Passanten war gegen 23 Uhr am Mittwoch auf der Wiese. Zu dem Zeitpunkt war dort noch alles ruhig.

Eine Anwohnerin bemerkte gegen 5 Uhr am Donnerstagmorgen einen Feuerschein. Gegen 6 Uhr beobachtete laut WLZ-Informationen eine Hundebesitzerin, wie sich ein Mann in der Manier von Rumpelstilzchen um die Reste des Feuers bewegte und wie angetrunken auflachte. Bücher sind alles andere als ein gewöhnlicher Brennstoff. Doch auf etwaige politische Motive finden sich an der Helenenquelle keine Hinweise, obwohl Bänke und Gebäudewände zur Verfügung stünden. Doch wo etwas steht, handelt es sich um ältere Botschaften von Verliebten.

Das aktuelle Ereignis ist nicht die einzige mysteriöse Begebenheit im Helenental aus diesem Sommer. Vorige Woche entleerte jemand einen vollen Acht-Kilogramm-Feuerlöscher in den Ententeich, um anschließend den roten Metallbehälter ins Wasser zu werfen.

Rund zwei Monate liegt es zurück, dass über mehrere Tage hinweg ein kleines Campingzelt an der Helenentalwiese aufgeschlagen war. Eine Frau soll darin übernachtet haben und später auch an den Odershäuser Wasserfällen, berichten mehrere Beobachterinnen und Beobachter.

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