Zunehmendes Gesundheitsproblem

SOS bei Mediensucht: Reinhardshäuser Klinik und Uni Mainz forschen gemeinsam

Mediensucht nimmt stetig zu: Die Fachklinik MediClin erforscht gemeinsam mit der Uni in Mainz die Bereitschaft zu Beratungs- und Behandlungsangeboten. Foto: MediClin/pr

Bad Wildungen-Reinhardshausen. Der stete Griff zum Smartphone, der Klick ins Internet und spannende Videospiele können süchtig machen.

Die Fachklinik für Akutpsychosomatik der MediClin Kliniken kooperiert mit der Johannes Gutenberg Universität Mainz zur Erforschung von Beratungs- und Behandlungsangeboten.

Dabei soll auch erforscht werden, warum Männer eher als Frauen Hilfe suchen. Die Zusammenarbeit wird gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im Rahmen des Projekts IBSfemme. Internetbezogene Störungen stellen ein zunehmend verbreitetes Gesundheitsproblem dar. Während Studien zeigten, dass beide Geschlechter annähernd gleich häufig davon betroffen sind, zeige sich unter klinischen Gruppen, dass nahezu ausschließlich betroffene Männer Hilfe suchen. Eine überzeugende Erklärung dafür fehlt bislang.

Anonymisierte Befragungen auf freiwilliger Basis unter Patienten der Klinik zur Mediensucht sollen das Verständnis vertiefen und zur Weiterentwicklung der Behandlungsangebote in der Fachklinik beitragen. Die Gesamt-Projektverantwortung liegt bei Dr. Kai W. Müller von der Grüsser-Sinopoli-Ambulanz für Spielsucht, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 

Die Kooperation vor Ort an der Fachklinik für Akutpsychosomatik in Bad Wildungen wird betreut vom Leitenden Psychologen Martin Hegelow. Zum MediClin Reha-Zentrum am Hahnberg gehören eine Fachklinik für Konservative Orthopädie mit einem Zentrum für Amputationsnachsorge und eine Fachklinik für Psychosomatik und Psychotherapie.

In der MediClin Klinik für Akutpsychosomatik werden schwerpunktmäßig Angst- und Panikstörungen, depressive Störungen, Anpassungsstörungen, Traumafolgestörungen und Persönlichkeitsstörungen sowie Mediensucht behandelt. Die Einrichtung am größten Kurpark von Europa verfügt über 306 Betten. Beschäftigt sind dort rund 210 Mitarbeiter. 

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