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Bad Wildungen reagiert auf Energiekrise: Sparen bei Brunnen, Heizung, Licht

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Von: Cornelia Höhne

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Wildungen im Lichterglanz: Trotz der Energiekrise soll der Weihnachtsmarkt am dritten Adventswochenende stattfinden, aber mit reduziertem Energieverbrauch, wo dies möglich und sinnvoll ist.
Wildungen im Lichterglanz: Trotz der Energiekrise soll der Weihnachtsmarkt am dritten Adventswochenende stattfinden, aber mit reduziertem Energieverbrauch, wo dies möglich und sinnvoll ist. © Archiv

Heizungen in den öffentlichen Gebäuden drosseln, sparsamer bei der Beleuchtung und die zahlreichen Brunnen abstellen – mit diesen und anderen Maßnahmen wird in Bad Wildungen Energie gespart.

Bad Wildungen – Wo dies im Einzelnen umgesetzt wird, erläuterte Bürgermeister Ralf Gutheil in der Stadtverordnetenversammlung in der Wandelhalle.

Nach der Verordnung der Bundesregierung zur Sicherung der Energieversorgung wurden bereits einige kurzfristig wirksame Maßnahmen in Gebäuden und Denkmälern umgesetzt. Heizungen wurden – soweit möglich – reguliert auf die geforderte Höchsttemperatur. Warmwasser an Handwaschbecken städtischer Gebäude abgestellt, ebenso die Duschen im Stadion.

Alle Brunnen sind abgeschaltet, auch Aqua Choros läuft nicht mehr

Wandelhalle, Rathaus, Schloss Friedrichstein, Kirchen und andere Gebäude oder Denkmäler werden nicht mehr angestrahlt. Werbeanlagen wie zum Beispiel der Heloponte-Schriftzug sind zwischen 22 Uhr und 6 Uhr ausgeschaltet.

Darüber hinaus sind alle Brunnen inzwischen abgeschaltet, inklusive Aqua Choros an der Köngisquelle, Kurschattenbrunnen, Marktbrunnen. Wenn die Wasserwand in der Bad Wildunger Wandelhalle abgeschaltet wird, beträgt die Einsparung laut Bürgermeister 25,20 Euro am Tag. „Das befreit uns aber nicht von 590 Euro Wartungskosten im Monat.“

Temperatur im Heloponte um 2 Grad gesenkt

In den Teichanlagen der Stadt wird die Pumpleistung reduziert, so dass Fische und Wasservögel noch im Teich gut leben können.

Im Heloponte sind Becken- und Lufttemperatur um 2 Grad gesenkt. Pumpen für Rutschen und Massagedüsen schalten nur bei Bedarf ein. Mittwochs und donnerstags bleibt der Saunabereich geschlossen.

Mitarbeiter werden für Energiemaßnahmen sensibilisiert, erläuterte der Bürgermeister. „Eltern der städtischen Kindergärten werden über einen Elternbrief über die Energieeinsparung in den Kindergärten informiert.“

Maßnahmen werden dynamisch an die Entwicklung im Winter angepasst

Schon lange vor der Energiekrise wurden Zug um Zug Energiesparmaßnahmen umgesetzt. Auf Gemeinschaftshäusern und dem Bahnhof sind Fotovoltaik-Anlagen installiert, und Dorfgemeinschaftshäuser und die Wandelhallen sind energetisch saniert. Straßenbeleuchtung und die Bürobeleuchtung sind auf LED-Technik umgerüstet. Bei LED-Straßenlampen werde die Leistung noch gedrosselt. Das sei kaum wahrnehmbar. sagt Gutheil. „Aber es dürfen keine dunklen Stellen oder Angsträume entstehen und auch keine Gefahrenstellen.“

Das Präsidium des Hessischen Städtetages hat sich nach Angaben des Rathauschefs auf weitere Sparmaßnahmen für die Städte verständigt. „Dabei handelt es sich um eine Momentaufnahme“, stellt der Bürgermeister klar, „das heißt, dass die Maßnahmen dynamisch an die Entwicklung im Winter angepasst werden“.

Festhalten am Weihnachtsmarkt in der Altstadt

Laut Städtetag sollen Schwimmbäder und Turnhal aktuell geöffnet bleiben, Weihnachtsmärkte durchgeführt werden. Auch Bad Wildungen will am Weihnachtsmarkt am dritten Adventswochenende in der Altstadt festhalten, aber den Verbrauch von Energie reduzieren, wo dies möglich und sinnvoll ist.

Eislaufbahnen indes sollen nach Auffassung des Städtetages nicht in Betrieb gehen. Gutheil: „Die Stadt Bad Wildungen ist bereits in engem Austausch mit der Familie Ruppert, die den Eislauf-Event auch in diesem Jahr in den Weihnachtsferien wieder auf dem Parkplatz der Brunnenallee 1 plant.“ Der Betreiber habe Energiesparmaßnahmen angekündigt. „Wir würden schon gern unseren Familien diesen Weihnachtsferien-Spaß an der frischen Luft gerade wegen aller Einschränkungen anbieten.“

Nur 2 Prozent Einsparpotenzial am Gesamtenergiebedarf

Nach Berechnung eines Instituts kommen bei optimalen Einsparungen aller öffentlichen Träger nur etwa 2 Prozent an Einsparpotenzial am Gesamtenergiebedarf zusammen, bremst der Bürgermeister hohe Erwartungen. „Wir werden alles Notwendige und Machbare tun, damit die Bürger/innen in Bad Wildungen gut durch den Winter kommen.“

Zu den Auswirkungen der Energiekrise und den beabsichtigten Maßnahmen hatten FDP und Grüne zwei detaillierte Fraktionsanfragen im Parlament gestellt. (Cornelia Höhne)

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