Nach 44 Jahren in Ruhestand

Spitze Feder zum Abschied für Bad Wildungens Kämmerer Günther Gutheil

Abschied: Stadtverordnetenvorsteher Dr. Edgar Schmal(rechts) überreic hte dem langjährigen Kämmerer der Stadt, Günther Gutheil, einen Blumenstrauß. Foto: Rainer Rüsch

Bad Wildungen – Kämmerer Günther Gutheil wurde vom Stadtparlament mit Blumen in den Ruhestand verabschiedet. 

„Nach mehr als 44 Jahren hat kaum jemand so einen tiefen Einblick in die Funktionsweisen der Stadt. Wir verlieren einen unserer engagiertesten Beamten.“ So beschrieb Stadtverordnetenvorsteher Dr. Edgar Schmal die Rolle Günther Gutheils im Wildunger Rathaus und verabschiedete ihn mit Dank und einem „edlen Schreibgerät“, damit er künftig ausschließlich privat und bei Bedarf die spitze Feder ansetzen könne.

Gutheil nahm am Montag in der Wandelhalle an der letzten Parlamentssitzung in seiner Funktion als Kämmerer teil. Die Stadtverordnetenversammlung geht in die Sommerpause und er selbst in wenigen Wochen in Pension. „Sie haben die Geschichte der Stadt unter vier Bürgermeistern entscheidend mitgeprägt“, bescheinigte Schmal dem scheidenden Chef der Finanzabteilung.

Dies liege auch daran, dass Gutheil nie die sachliche Diskussion mit den Gremien der Kommunalpolitik gescheut habe – immer das finanzielle Wohl der Stadt im Auge. „Als Fußballer war er ein beinharter Verteidiger, heißt es. In gleicher knochentrockener Art und Weise verteidigte er die städtischen Finanzen gegen idealistisch vorwärts stürmende Kommunalpolitiker.“

Nach 22 Jahren als städtischer Kämmerer hinterlasse Gutheil so eine Stadt in geordneten finanziellen Verhältnissen mit guten Perspektiven. Schmal bescheinigte ihm Gespür und Übersicht. Das habe er nicht zuletzt beim Umstellen der Buchführung an den Tag gelegt, bei der er sich nicht aus der Ruhe habe bringen lassen und zunächst Erfahrungen anderer Kommunen damit einholte – zum Vorteil der städtischen Bilanzen.

Gutheil bedankte sich: „Mein Beruf hat mir immer Spaß gemacht, auch wegen der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den politischen Gremien.“ Die Diskussionen seien stets sachlich geblieben, das wünschte er den Verantwortlichen auch für die Zukunft. 

Zur Person:

Günther Gutheil wurde 1954 in Bad Wildungen geboren und absolvierte nach dem Schulabschluss die Lehre zum Bankkaufmann bei der Volksbank. Dem Besuch der Fachoberschule für Wirtschaft in Kassel folgten 24 Monate Wehrdienst. 1975 stieg Gutheil als Verwaltungsangestellter bei der Kämmerei der Stadt Bad Wildungen ein. 1985 wechselte er ins Bauamt, wurde 1994 stellvertretender Leiter. 1997 übernahm er die Leitung der Kämmerei. Parallel dazu versah er Funktionen als Geschäftsführer städtischer GmbHs: etwa des Heloponte, der Staatsbad-Gesellschaft, Quellentherme, Berufsakadamie.

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