Neujahrsempfang der Hotel- und Gaststättenvereinigung mit Gastredner Jens Deutschendorf

Spitzenplatz im Tourismus verteidigt

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Hoga-Vorsitzender Christian Gerlach (rechts) begrüßt den Ersten Kreisbeigeordneten Jens Deutschendorf beim ersten Neujahrsempfang der Hotel- und Gaststättenvereinigung. Foto: Minke

Edertal-Hemfurth-Edersee - Erstmals veranstaltete die Hotel- und Gaststättenvereinigung Bad Wildungen (80 Mitglieder) gestern im Hemfurther Hotel „Ederaue“ einen Neujahrsempfang mit Sekt, Kaffee und „Häppchen“ für die zahlreich erschienenen Gastronomen.

Vorsitzender Christian Gerlach (Niederwerbe) begrüßte als Redner den Ersten Kreisbeigeordneten Jens Deutschendorf, der über Zukunftschancen des Tourismus in Waldeck-Frankenberg referierte. Deutschendorf ist Vorsitzender der Touristikzentrale Waldeck-Ederbergland.

Erfreulichste Nachricht: Waldeck-Ederbergland hat seinen Spitzenplatz in Hessen verteidigt mit 3,2 Millionen Übernachtungen. Allerdings stagniert diese stolze Zahl seit geraumer Zeit. Damit verbunden ist ein geschätzter Jahresumsatz von einer Milliarde Euro sowie eine Arbeitsplatzzahl zwischen 7500 und 19000: „Wahrscheinlich irgendwo in der Mitte.“ Unter dem Strich entfällt auf Wal-deck-Frankenberg über ein Zehntel des hessischen Gesamt-Tourismus.

Anstrengungen sind nach den Worten Deutschendorfs notwendig, dass dies so bleibt. Auch wenn andere wichtige Faktoren nicht zu beeinflussen sind: „Bereits ein verregneter Sommer kann uns die Bilanz verhageln.“ Der Chef der Touristikzentrale hofft auf einen belebenden Effekt des erfolgreich abgelaufenen Jubiläumsjahrs 2014 am Edersee.

Probleme mit Bekanntheitsgrad

Nach wie vor hat die Mittelgebirgsregion rund um den Edersee Probleme mit ihrem Bekanntheitsgrad. „Waldecker Land“ hat hier schlechte Karten im Vergleich zu klangvolleren Zielgebieten wie dem Harz oder dem Schwarzwald. Und selbst Waldecker Land ist vor Ort nicht unumstritten, bei den „Ederbergländern“ im Frankenberger Raum bestehen nach wie vor Vorbehalte.

Viele Akteure tummeln sich im Bereich Tourismus, von der hiesigen oberen Ebene „Grimm-Heimat Nordhessen“ angefangen bis zu all den anderen Organisationen, Verbänden und Diensten in Stadt und Land. Die wünschenswerte Konzentration unter einen Hut ist und bleibt, wie Deutschendorf beklagte, ein schwieriges Unterfangen.

Mit den Pfunden wuchern: An den touristischen Schwerpunkten Willingen, Edersee und Bad Wildungen wird sich laut Deutschendorf nichts ändern.

Eine wichtige Aufgabe im neuen Jahr 2015 ist im Zuge der Reaktivierung der Bahnstrecke Frankenberg–Korbach die Anerkennung des Nationalparks Kellerwald-Edersee als „Fahrtziel Natur“ bei der Bundesbahn.

Zu viel Kassel, zu wenig Wal-deck-Frankenberg: ein Kritikpunkt beim Stichwort „Grimm-Heimat Nordhessen“.

In einem Grußwort forderte die CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg eine attraktivere Präsentation der Touristik Waldeck-Frankenberg im Internet. Nach wie vor ein Ärgernis sei der Missbrauch der Edersee-Randstraße von Motorradfahrern als Rennpiste.

Von Jürgen Minke

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