Altwildungen

Sprachrohr von Altwildungen

- Bad Wildungen-Altwildungen (jm). Sein 50-jähriges Bestehen feiert der Bürgerverein Altwildungen (rund 260 Mitglieder) am Freitag, 23. April, 20 Uhr, im 
Altwildunger Bürgerhaus.

Wie Vorsitzender Karl-August Mangel ankündigte, werden Männergesangverein und Singkreis Altwildungen das Jubiläum begleiten. In einer Fotopräsentation will der Verein, der sich als Sprachrohr des größten Wildunger Stadtteils versteht, die Aktivitäten in dem halben Jahrhundert Revue passieren lassen. 
Dazu zählen Schnadezüge (Grenzbegänge), Theater, Rudolf-Lorenz-Stiftung, Herausgabe eines Häuserbuchs oder zahlreiche Bauprojekte in der „Ahlenstadt“ wie die Einfache Stadterneuerung. Beim Martinsfest anheizen Aktuell konzentrieren sich die Aktivitäten auf die Sanierung des kleinen Fachwerk-Backhauses zwischen Schloss- und Friedrich-Ebert-Straße. Freiwillige Helfer des Bürgervereins sind emsig mit der Renovierung beschäftigt, haben inzwischen den maroden alten Ofen herausgerissen und, so Mangel, „drei Lkw-Ladungen Schutt weggefahren“. Die Stadt Bad Wildungen hat 10 000 Euro bereitgestellt, was nicht ausreichen wird. Mangel: „Der Rest sind Eigenleistungen.“ Beim Martinsfest 2010 im November ist ein kleines Fest zur Fertigstellung geplant, dann soll der neue Ofen im Backhaus erstmals angeheizt werden. Altwildungen, urkundlich seit 1240 bestehend, hat seit 1350 Stadtrecht. Die zwangsweise 
Vereinigung mit dem großen Bruder Wildungen erfolgte 1940 trotz aller Proteste. Für die stolzen Altwildunger war es ein wahrer Gewaltakt. Altwildungen hieß anschließend amtlich „Bad Wildungen-Nord“. Die Initiative zur Gründung eines Bürgervereins ging 1960 von Wilhelm Steinmetz aus: „Um die Rechte der Altwildunger Bürger zu wahren.“ Sieben „Ahlenstädter“ vollzogen den Schritt am 11. August 1960, die erste ordentliche Mitgliederversammlung fand im Speisesaal der Holzfachschule statt. 1973 kam es mit einer Satzungsänderung zur Einführung der „Ortsschelle“, die seitdem dem Vorsitzenden „als Zeichen seiner Würde“ zur Verfügung steht. Mit der Schelle erfolgten Bekanntmachungen, was noch heute ab und zu als nostalgische Geste geschieht durch den mit blauem Waldecker Kittel und Schirmmütze ausstaffierten „Schellenmann“. Die Mütze stammt vom letzten Ortsdiener Paul Weise, der ferner Nachtwächter, Flurschütz und Totengräber war. Nach wie vor ist 
die Zweckbestimmung des Vereins neben Förderung von Heimatpflege und Heimatkunde die Wahrung Altwildunger In-teressen. So ist der Bürgerverein quasi ein Ortsbeirat. Straßenprojekte, Bau von Bürgersteigen und Verkehrsregelungen waren die ersten Maßnahmen, die es mit Wildungens Magistrat und Stadtverordnetenversammlung einvernehmlich zu klären galt. 1962 zum Beispiel war die Stimmung aufgeheizt: Mit großem Enga-
gement und zuletzt erfolgreich bekämpfte der Bürgerverein den Plan der Errichtung eines dritten Obdachlosenheims in Altwildungen.

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