Geschäftsführer im Finanzausschuss zur Entwicklung der Gesellschaft

Bad Wildunger Stadtbus fährt aus der Krise

Obwohl der Stadtbus zwei Monate kostenlos Fahrgäste beförderte, fährt er aus der Coronakrise möglicherweise mit einem blauen Auge heraus.

Bad Wildungen - „Corona hat uns etwa 55 000 Euro an Einnahmeverlusten gekostet,“ berichtete der Geschäftsführer der Stadtbus GmbH, Bernd Wagner, im Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Stadtparlaments.

Vom Notbetrieb zum reibungslosen Stadtverkehr: Die Stadtbus GmbH hat mit eigenem Personal Fahrt aufgenommen für einen störungsfreien Nahverkehr. Trotz der Coronakrise bleiben die Kosten im Limit.

Insgesamt sehe die finanzielle Lage trotz allem erfreulich aus. „Wir haben im ersten Halbjahr schon fast das erreicht, was ich in der Finanzausschusssitzung 2019 Aussicht gestellt hatte,“  sagte Wagner.

190 000 Euro weniger als im ersten Halbjahr 2019

Heißt in Zahlen: Im ersten Halbjahr wurden 190 000 Euro weniger benötigt als im selben Zeitraum des Vorjahrs. Wagner: „Wenn es keine zweite Corona-Welle gibt, werden wir bis Ende des Jahres gute Einsparungen im Vergleich zum Vorjahr hinkriegen.“

Die Gesellschaft komme mit dem Ansatz von 800 000 Euro aus, die das Stadtparlament im Finanzhaushalt zur Verfügung gestellt hatte. „Wir brauchen definitiv nicht mehr“, betonte Wagner auf Nachfrage von Walter Mombrei (SPD) in der öffentlichen Sitzung in der Wandelhalle. Ausschussvorsitzender Helmut Simshäuser blickte zuversichtlich in die Runde: „Es ist eine gute Nachricht, dass die Stadtbus GmbH trotz Corona auf gutem Weg ist.“

Trotz Tariferhöhung auch für 2021 erfreuliche Prognose

Nach Angaben des Geschäftsführers wurden die Einsparungen in erster Linie durch wesentlich geringeren Personalaufwand erzielt. Außerdem musste das Unternehmen weniger für laufende Kosten zahlen – unter anderem wurden 12 000 Euro für Dieseltreibstoff eingespart. Von der BKW werde nur noch die Nutzung der Waschanlage in Anspruch genommen, die bisherigen, zum Teil erheblichen Kostenansätze fielen weg.

Ralf Lock (SPD) fragte nach einer Prognose für 2021. Wegen der Tariflohnerhöhung stünden Mehrkosten bei den Löhnen in Höhe von 60 000 Euro ins Haus, informierte Wagner. Wenn sich keine weiteren Rahmenbedingungen änderten, zeigte er sich optimistisch, trotzdem auch im nächsten Jahr den Kostenrahmen von 800 000 Euro einzuhalten.

Im Oktober 2019 fuhren die Stadtbusse im Notverkehr

Der Stadtbus-Verkehr laufe inzwischen wieder reibungslos. Im Oktober fuhren die Stadtbusse nur noch im „sehr eingeschränkten Notverkehr“. Problem: Personalnot. Die Gesellschaft warb Busfahrer aus dem Ausland an – vor allem aus Spanien. Das habe spürbare Erleichterung im laufenden Betrieb und bei der Zufriedenheit der Fahrgäste gebracht. „Im Oktober/November hätten wir jemanden einstellen können, der nur Beschwerden bearbeitet“, gab Wagner zu. Das habe sich grundlegend geändert. „In den letzten zwei Monaten hatten wir nur ganze zwei Beschwerden.“

Bürgermeister Ralf Gutheil sprach von einer positiven Entwicklung. „Die Fahrer bemühen sich redlich, die deutsche Sprache zu lernen. Die Kommunikation klappt“ und der Geschäftsführer habe sehr gute Arbeit geleistet.

Über Details zur Geschäftsentwicklung der Stadtbus GmbH beriet der Ausschuss unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Rubriklistenbild: © Conny Höhne

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