Großteil der Schäden im Gebäude von Webers Kindergarten bereits behoben

Stahlträger stützen längst die Balken

+
Vorige Woche waren die nachträglich entdeckten Schäden in der Decke von Webers Kindergarten öffentlich bekannt geworden. Ein Teil von ihnen ist bereits behoben. Aktuell verzögert sich das Sanierungsprojekt wegen des gefundenen Hausschwamms.Foto: Schuldt

Bad Wildungen - Die maroden Deckenbalken in Webers Kindergarten tragen bereits Mäntel aus neuen Stahlträgern. Diese übernehmen für die gebrochenen, 120 Jahre alten Holzbalken die statische Funktion, erklärt Bauamtsleiter Klaus Weidner.

Vorige Woche war bekannt geworden, dass sich die Arbeiten am Gebäude länger hinziehen wegen nachträglich entdeckter Schäden an der Deckenkonstruktion. Unklar ist, wie hoch die Mehrkosten ausfallen.

Weidner schildert Details zu den Schäden. Die Kindergartenräume seien im Originalzustand sehr hoch. Deshalb waren sie vor Jahrzehnten mit einer abgehangenen Decke versehen worden. „Diese wurde im Zuge der Sanierung komplett entfernt. An ihre Stelle tritt eine neue Brandschutzdecke“, erklärt der Bauamtsleiter, der für die Planung des Projektes verantwortlich zeichnet.

Schnitzereien verdeckten den Bruch in den Balken

Als die alte Zwischendecke abgetragen war, kam die tragende, verputzte Originaldecke mit ihren Sichtholzbalken darüber zum Vorschein. Bei deren Anblick bedauerten es Weidner und sein Mitarbeiter Markus Küster zunächst, dass man die historische Konstruktion aus Gründen des Brandschutzes nicht offen liegen lassen darf. Die Balken waren verkleidet mit Holzbrettern, die kunstvolle Schnitzereien zierten.

Weil die Ornamente ohnehin hinter der Brandschutzdecke wieder verschwunden wären, entschloss sich das Bauamt, die Schalung zu entfernen. Da entdeckte Markus Küster das Malheur. „Drei Balken waren geknickt, gebrochen, was man vorher nicht erkennen konnte - es gab weder Risse noch Senkungen am oder im Gebäude“, erläutert Weidner. Der hinzugezogene Statiker schlug Alarm und ermittelte, dass die Holzbalken vor 120 Jahren im Verhältnis zur Spannweite der Decke zu dünn bemessen wurden. Die neuen Stahlträger nehmen ihnen als Stützkonstruktion daher die Arbeit ab. „Die Balken herauszunehmen, wäre statisch noch aufwendiger gewesen“, fügt Weidner hinzu.

Um der tragenden Decke Gewicht zu ersparen, empfahl der Statiker darüber hinaus, den historischen Putz abzuschlagen.

Gesagt, getan; so trat die nächste böse Überraschung zutage. In einem Stück der aus Stroh und Lehm gefertigten Konstruktion sitzt der Hausschwamm. Ihn loszuwerden verzögert aktuell den Abschluss der Sanierung von Webers Kindergarten.

Von Matthias Schuldt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare