Mit dem Motorrad durch Europa und Afrika für guten Zweck

8000-Kilometer-Rallye: Wildungerin Steffi Jean Wörmann ist dabei

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Steffi Jean Wörmann geht mit zwei befreundeten Ärzten an den Start

Bad Wildungen/Stockholm – Mit dem Motorrad von Budapest aus durch Afrika bis nach Sierra Leone: 8235 Kilometer lang ist die Rallye Budapest-Bamako, bei der Steffi Jean Wörmann aus Bad Wildungen dabei ist. Damit unterstützt sie einen wohltätigen Zweck.

Auf der Internetseite der Rallye wird deutlich vor den Gefahren gewarnt: Mit Entführungen und dem Verdursten in der Wüste, Überfällen und korrupten Polizisten, Sandstürmen und einer Inhaftierung müssen die Teilnehmer rechnen. „Gedanken mache ich mir da tatsächlich schon und ich bin auch etwas nervös“, sagt Steffi Jean Wörmann. Auf der Tour sei man zwar weitestgehend auf sich allein gestellt, aber beispielsweise in Mauretanien gebe es Unterstützung durch das Militär, das die Camps nachts bewache.

„Dennoch ist eine gewisse Sorge da, gerade auch weil Frauen in diesen Ländern nicht die gleichen Rechte und Freiheiten haben, wie wir sie in Europa gewöhnt sind“, sagt die 29-Jährige. Doch sie wird die Rallye nicht allein fahren, begleitet wird sie von zwei befreundeten Ärzten, mit denen sie seit Jahren gemeinsame Motorradtouren macht. Einer von ihnen wird ebenfalls mit dem Motorrad fahren, der andere mit einem Auto. Mitmachen können die Teilnehmer bei der Rallye mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen. Am 31. Januar starten die drei im ungarischen Budapest, bis Mitte Februar liegen vor den Freunden dann 14 Etappen mit insgesamt 8235 Kilometern Strecke.

Mit ihrer Yamaha wird Steffi Jean Wörmann an der Rallye von Budapest nach Sierra Leone teilnehmen, um Geld für wohltätige Zwecke zu sammeln. 

„Etwas Vergleichbares habe ich bisher nicht gemacht“, sagt Wörmann, die seit sechs Jahren in der Nähe von Stockholm lebt. Nach ihrem Realschulabschluss an der Ense-Schule hat sie eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten gemacht und dann die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin dran gehängt. Schon früh habe für sie festgestanden, dass sie erst mal weg will aus der Heimat, „Erfahrungen sammeln und Neues erleben“, sagt sie. Dass sie in Schweden gelandet sei, sei eher Zufall gewesen. Wörmann war über eine Stellenanzeige gestolpert, dass in Stockholm deutsches Pflegepersonal gesucht wurde und bewarb sich ohne große Hoffnung. „Ein gutes dreiviertel Jahr später saß ich dann im Van auf dem Weg nach Stockholm.“

Seitdem war sie auf eigene Faust in Mexiko, Irland und auf den Philippinen, ist mir Freunden durch Kuba gereist und war mehrfach in Ägypten. Doch die Rallye durch Teile Europas und Afrikas wird eine besondere Herausforderung. Mit Joggen, Klettern und Training im Fitness-Studio bereitet sich Wörmann auf den Trip vor. Derzeit laufen die Planungen, welche Ersatzteile sie mitnehmen müssen, berichtet sie. Denn falls an den Maschinen und dem Auto etwas kaputt geht, müssen sie es selbst reparieren. Neben Ersatzteilen seien Zelt und Schlafsack am wichtigsten, ebenso gefriergetrocknete Mahlzeiten und Wasser. An Kleidung wird nur „das Wichtigste und Nötigste eingepackt“.

"Charity genauso wichtig wie das Abenteuer"

Ist die Rallye geschafft, geht es von Freetown zurück nach Marokko – noch einmal Tausende Kilometer mit der Yamaha. Und die nächste große Tour ist bereits in Planung: Mit ihren beiden Kollegen wird Steffi Jean Wörmann mit den Motorrädern durch Indien, Nepal, unter anderem Turkmenistan und Russland wieder zurück nach Schweden fahren. „Im Moment will ich so viel wie möglich von der Welt sehen und das machen, was mir spontan so in den Kopf kommt“, sagt die 29-Jährige. Ihr Lebensmotto: Man lebt nur einmal. Zurück nach Hause wird sie kommen – wenn sie sich zur Ruhe setzt.

Die Rallye Budapest-Bamako ist eine Rallye für den guten Zweck, die es seit 2005 gibt. Sie gilt als größte Amateur-Rallye der Welt, die durch zahlreiche Länder Europas und Afrikas führt.

In unterschiedlichen Kategorien gehen die Teilnehmer an den Start. Am Ende spenden die Rallye-Fahrer ihre Fahrzeuge, die für den guten Zweck direkt vor Ort verkauft werden, oder machen, so wie Steffi Jean Wörmann, eine Geldspende. Bei der anstehenden Rallye soll Geld für zwei Projekte zusammenkommen: Eine Anlage für die Reinigung von Trinkwasser im Senegal, in Sierra Leone sollen zudem 2000 Bäume gepflanzt werden.

„Der Charity-Aspekt ist mir mindestens genauso wichtig wie das Abenteuer Rallye selbst“, sagt die gebürtige Bad Wildungerin. Vor allem die Trinkwasseranlage liege ihr sehr am Herzen, „da in meinen Augen jeder Mensch ein Recht auf sauberes Trinkwasser hat“.

Weitere Infos über die Rallye gibt es auf der offiziellen Internetseite. Wer die Reise von Steffi Jean Wörmann ab Ende Januar verfolgen möchte: Sie berichtet auf Instagram unter dem Namen stockholmsoberoende darüber.

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