Stadt Bad Wildungen beendet Umbau mehrerer verkehrsberuhigter Straßen

Tempo-30-Zone als Treffpunkt mit Bank und Industriekunst-Spielelement

Industriedesigner Michael Stapf mit den Bauhofmitarbeitern Thomas Jentsch und Frank Vitzthum zeigen in Bad Wildungen ein Spielelement als Industriekunst in einer Tempo-30-Zone.
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Industriekunst mit Spielwert: Industriedesigner Michael Stapf mit den Bauhofmitarbeitern Thomas Jentsch und Frank Vitzthum an einem der Elemente, die in den Tempo-30-Zonen installiert wurden.

Die Stadt hat drei weitere ihrer Tempo-30-Zonen fertig umgestaltet – mit Spielelementen aus der Industriekunst als Zugabe.

Bad Wildungen - Ziel dieser Projekte sind zuvorderst Barrierefreiheit, Verkehrsberuhigung und höhere Sicherheit. Als Sahnehäubchen verleiht die Industriekunst den Zonen obendrein Erlebniswert. Sie umfasst zehn Gestaltungselemente, die nicht nur dem Anschauen dienen. Man kann Zahlen schieben, ein Labyrinth erstellen, den Wildunger Stern zusammensetzen, durch ein Kaleidoskop schauen oder Figuren drehen.

Entworfen und gebaut hat acht der Objekte der Chemnitzer Industriedesigner Michael Stapf. Die Objekte sollen zusammen mit den Sitzbänken dazu motivieren, die verkehrsberuhigten Straßen als Aufenthaltsräume zu begreifen und zurück zu erobern.

Die Bürgersteige sind deutlich verbreitert. Begrünte Verkehrsinseln und Bäume setzen dem Autoverkehr optisch zusätzliche Signale, das auf 30 gedrosselte Tempo einzuhalten. Angelika Seifert vom Stadtbauamt hat die Umbauten koordiniert. Schon ährend der Bauphase seien positive Rückmeldungen eingelaufen, berichtet sie - vor allem von Eltern schulpflichtiger Kinder.

Die neu geschaffene Qualität des Straßenraums für Kinder zegen sich nach Ansicht des Bauamtes besonders an der Einmündung Gartenstraße/Friedrich-Ebert-Straße. Mussten die Kinder früher die komplette 7 Meter breite Gartenstraße überqueren, , sind es nun rund 3,50 Meter. Besser über die Straße kommt man zu Fuß auch „Zum Hettensee“, im „Hohlweg“, in der „Bubenhäuser Straße“ und am „Langen Rod“ – alles Strecken, an denen entlang viele Mädchen und Jungen zur Schule gelangen.

Die Barrierefreiheit der Projekte spiegelt sich in komplett ebenerdigen Übergängen für Menschen im Rollstuhl oder am Rollator sowie in Klopfkanten mit Formsteinen für Menschen, deren Sehkraft eingeschränkt ist. „Das Zufußgehen im Stadtgebiet wird für alle erleichtert, und die Sitzbänke ermöglichen es, eine kurze Pause einzulegen“, erklärt Robert Hilligus vom Bauamt. So lädt die Straße zum Verweilen ein, am besten inklusive eines Plauschs mit der vorbei kommenden Nachbarin. Neue Treffpunkte könnten so im öffentlichen Raum entstehen, hofft das Team vom Bauamt.

20 Prozent der Kosten für den Umbau werden aus der Stadtkasse bezahlt. Den Rest schießt das Land aus seinem eigens aufgelegten Förderprogramm für die Verkehrsberuhigung in Tempo-30-Zonen zu.  -red-

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