Welche Projekte Zuschüsse erhalten, entscheidet künftig allein der Kellerwaldverein

Striktere Regeln für EU-Förderung

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Die Bericher Hütte war 2003 noch weitaus besser zu erkennen als heute. Die Sicherung von Grundmauern an der Dorfstelle Berich wird nun durch die EU gefördert.Foto: Minke/Archiv

Bad Wildungen - Die Europäische Union gibt weiterhin Fördergeld in die Region Kellerwald, aber sie achtet bei der Unterstützung strukturschwacher Gegenden genauer auf die Qualität der Projekte und auf stimmige Konzepte.

Das wurde bei der jüngsten Vorstandssitzung des Kellerwaldvereins deutlich. Die EU fasst ihre neue Linie unter der Überschrift „Transparente Förderung“ zusammen. Dazu zählt auch, dass die Union das strikte Einhalten der Aufgabenverteilung zwischen Kellerwaldverein, Landkreis, Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen sowie dem Umweltministerium einfordert. Diesen Bedingungen müssen sich alle Regionalen Entwicklungsgruppen fügen.

Alles muss passen zum Motto „Wild.Bunt.Gesund“

„Alle Projekte, die gefördert werden sollen, müssen dem regionalen Entwicklungskonzept entsprechen und zur Erfüllung des Leitbildes mit dem Motto ‚Welterbe Region Kellerwald-Edersee - Wild. Bunt. Gesund.‘ beitragen“, erläutert Wildungens Bürgermeister Zimmermann in seiner Funktion als Vorsitzender des Kellerwaldvereins.

Anhand eines Projektbewertungsbogens wählt der Vereinsvorstand bei jeder Sitzung ein Projekt aus und stellt eine Rangfolge der Vorhaben auf, deren Ideengeber sich um eine Förderung bemühen. Die Bewilligungsstellen von Landkreis, Bank und Ministerium bearbeiten künftig lediglich noch die Projekte, die vom Kellerwaldverein als förderwürdig angesehen werden.

Das Kontingent für 2015 steht bereit und die erste Bewilligung für ein neues Funktionsgebäude mit Umkleiden, Toiletten und Lagerraum an der Naturbühne Bergfreiheit wurde festgezurrt. In den nächsten Tagen sollen die Zuwendungsbescheide folgen für ein weiteres Existenzgründungsprojekt sowie ein beispielgebendes Projekt der Daseinsvorsorge, den Bürgerbus in Gilserberg. Weil die jährlichen Zuschüsse für die Region begrenzt sind und der Kellerwaldverein seitens der EU verpflichtet ist, Prioritäten zu setzen, kommen nicht alle Antragsteller zum Zuge. „Es ist darum ratsam, frühzeitig den Antrag zu stellen“, rät Lisa Küpper, Geschäftsführerin des Kellerwaldvereins.

Die Beschreibung des Verfahrens bei dieser sogenannten Leader-Förderung ist auf der Internetseite des Vereins dargestellt: von der ersten Kontaktaufnahme mit dem Regionalforum über das Erstellen einer Projektskizze, eine persönliche Beratung, die Beschlussfassung des Vereinsvorstands über einzelne Vorhaben bis hin zur Antragstellung und Bewilligung von Projekten. Ganz wichtig: Wer einen Zuschuss erhalten möchte, darf mit seinem Vorhaben nicht beginnen, bevor er den Bewilligungsbescheid aus dem EU-Programm in Händen hält.

Hintergrund

Zehn Projekte hat der Vorstand des Kellerwaldvereins für die aktuelle Förderperiode bislang unter die Lupe genommen. Drei von ihnen gab er seine Zustimmung. In Haina-Battenhausen soll die Ausstattung und dauerhafte Sicherung eines Skiliftbetriebes dazu beitragen, den Tourismus im südlichen Kellerwald anzukurbeln. Im vorigen Jahr konnte die Piste aufgrund der Witterungsbedingungen nur zwei Wochen genutzt werden. Geplant ist, diesen Zeitraum mittels einer Beschneiungsanlage auf vier bis acht Wochen auszudehnen. Die Stadt Waldeck plant mit dem Verein zur Erhaltung der Dorfstelle Berich, die Ruinen an der Dorfstelle Berich zu sichern. Im Rahmen des Vorhabens sollen drei ehemalige Gehöfte bis auf 50 Zentimeter in ihren Grundrissen aufgemauert werden. Das Projekt wird in Abstimmung mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt und in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg umgesetzt. Das dritte Projekt, das der Vorstand befürwortet, steckt in der Planungsphase und zählt zum Bereich Naturtourismus.

Von Matthias Schuldt

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