Bad Wildungen

15 Studierende starten „Studium Plus“

- Bad Wildungen (höh). Startschuss für das duale Hochschulstudium „Studium Plus“ in Bad Wildungen: 15 Studenten der Fachhochschule Gießen-Friedberg haben ihr Studium der Fachrichtung Wirtschaftsinformatik aufgenommen.

Ein Konferenzraum in der Wandelhalle ist vorübergehend Hörsaal, voraussichtlich zum Jahresende folgt der Umzug in das Kurhaus, das noch umgebaut wird. Kurze Studienzeiten, kaum Abbrecher und die wichtige Praxis – das sind die Stärken von Studium Plus. Die Fachhochschule Gießen-Friedberg betreibt damit seit 2001 ein Erfolgsmodell, wurde für innovative Studiengänge bereits ausgezeichnet. Heute werden drei Bachelor-Studiengänge und ein Master-Studiengang mit insgesamt 14 Fachrichtungen angeboten. „Das spiegelt die Wirtschaft in der Region wider“, erläutert Prof. Dr. Harald Danne, Vize-Präsident der FH, das Erfolgskonzept. Eine tragende Säule des dualen Studiums sind die Partnerunternehmen. Darunter sind bei den Wildunger Studenten Firmen wie die Viessmann-Werke in Allendorf (Eder), die Marburger Behring-Werke, Braun in Melsungen oder Kali und Salz in Kassel. Dort erlernen die jungen Leute die notwendige Fachpraxis, die die Hälfte ihrer Studienzeit ausmacht. Die meisten beginnen direkt nach ihrem (Fach)Abitur das Studium, andere haben bereits eine Ausbildung abgeschlossen und wollen sich weiterqualifizieren. Ein Unternehmen ist die Eintrittskarte zum Studium Plus. Auf offene Stellen kommen 20 bis 80 Bewerbungen, weiß Danne. Aber die demografische Entwicklung bereite vielen Firmen längst Sorgen. „Auf Dauer wird die Region nur überleben können, wenn sie ihr eigenes Personal ausbildet“, ist sich Prof. Danne sicher. Nach dem Startschuss für ein duales Hochschulstudium für Nordhessen durch Ex-Ministerpräsident Roland Koch in der Wandelhalle hatte der „gemeinsame politische Rückenwind“ von den Gremien aus Stadt und Kreis großen Anteil an der Realisierung, betonte Danne. Das Studienangebot soll an allen drei nordhessischen Standorten noch ausgeweitet werden. In Bad Wildungen im medizinisch-technischen oder im wirtschaftlichen Bereich. Denkbar wäre auch ein Forschungsinstitut für das Gesundheitswesen. Auch Weiterbildung neben dem Beruf ist wichtiges Anliegen. Ziel: 150 Studierende in zwei bis drei Fachrichtungen.Um Pläne zu schmieden, müssen die Partner an einen Tisch. In Unternehmen und Schulen der Region will Julia Barger, Mitarbeiterin von Studium Plus, das Erfolgsmodell vorstellen. Das duale Studienprogramm in Bad Wildungen wird von der FH neu aufgebaut. Die Berufsakademie Nordhessen, die bisher auf diesem Bereich tätig war, ist ein Auslaufmodell. Der Trend zur klassischen Hochschulausbildung, geringere Studiengebühren (250 Euro im Monat) und die Erfahrung der FH waren mit ausschlaggebend. Hinsichtlich der gut angenommenen Studiengänge Pflege und Ergotherapie der BA laufen Gespräche mit dem Ziel, sie unabhängig von der Zukunft der Berufsakademie weiterzuführen.

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