Hütte völlig zerstört:

Sturm "Franz" wütet auf Wildunger Gartenschaugelände und erinnert an Glashaus-Frage

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Was wird aus dem Glashaus? Die Frage rückt zurück ins Bewusstsein der Wildunger, nachdem Sturm "Franz" die benachbarte Technik-Holzhütte zerstört hat.

Bad Wildungen – Wer ein Glashaus besitzt, dem liegt mancher Stein bei der Nutzung im Weg, scheint es. Zumindest im Fall der Stadt Bad Wildungen.

Sturm „Franz“ rückt das Thema zurück ins Bewusstsein, weil er vorige Woche augenscheinlich mit einer heftigen Windböe die hölzerne Technik-Hütte oberhalb des Glashauses hinweg fegte. Das Glashaus selbst blieb unversehrt.

Mit der Hütte, deren Trümmer der Bauhof am Mittwoch fort räumte, verschwand ein Stück Erinnerung an die besten Zeiten des Glashauses: 2006 zur Landesgartenschau diente es Tausenden Besucher als Anlaufstelle für Information, Kaffee und Unterhaltung. Die Hütte war damals zusätzlich errichtet worden inklusive Wasser- und Stromanschluss.

Zuletzt stand sie aber gemeinsam mit dem Glashaus ungenutzt. Dessen Zukunft beschäftigt die Stadtverwaltung, seitdem voriges Jahr der Catering-Service kündigte, der über einige Zeit an diesem besonderen Ort Hochzeiten und andere Familienfeste organisierte. Es gab kürzlich auch eine Anfrage in der Stadtverordnetenversammlung dazu.

Der wichtigste Knackpunkt zur Zukunft des Glashauses liegt in der Lautstärke eines Betriebes spätabends. „Wir hatten immer wieder Beschwerden“, berichtet Bauamtsleiter Klaus Weidner. Die Reha-Patienten in den umliegenden Kliniken sind auf Nachtruhe zur Rekonvaleszenz angewiesen. Deshalb gab es anlässlich der Gartenschau 2006 auch nur eine befristete Genehmigung, das Glashaus für Veranstaltungen zu nutzen.

„Eine Änderung des Bebauungsplanes, um dauerhaft etwa eine Gastronomie dort zu betreiben, wird niemals zugelassen“, ist Weidner sicher. Das Interesse der Kliniken, die seit Jahrzehnten an diesem Standort beheimatet sind, wiege schwerer.

Zu diesen Hürden des Planungsrechtes gesellen sich finanzielle Aspekte. Man müsste sehr viel Geld in die Hand nehmen, um das Glashaus für eine dauerhafte Nutzung auf den modernen Stand der Energietechnik und Dämmung zu bringen, erläutert Weidner.

„Zum Abreißen ist es aber auch zu schade“, unterstreicht Bürgermeister Ralf Gutheil einvernehmlich mit seinem Bauamtsleiter. Demnächst plant die Verwaltung deshalb eine interne Ideen-Runde, um verträgliche, realistische Nutzungsmöglichkeiten für das Glashaus zu er gründen. „Vorschläge aus der Bevölkerung unter Berücksichtigung der genannten Einschränkungen sind dazu willkommen“, ergänzt der Bürgermeister.

Klaus Weidner kann sich vorstellen, den früheren Zweck des Glashauses in veränderter Form wiederaufleben zu lassen. Einst diente es der Staatsbad-Gärtnerei als Kalthaus, in dem frostempfindliche Pflanzen über den Winter untergebracht waren. Diese Funktion in Verbindung mit Publikumsverkehr außerhalb der abendlichen und nächtlichen Ruhezeiten wäre ebenso denkbar, wie eine nur zeitweise Nutzung tagsüber als Café während der Sommersaison.

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