50 auf Warteliste · Bürgerhilfe legt denkwürdige Zahlen bei Jahresversammlung vor

Tafel kommt 312 Kunden zugute

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Menschen, die wegen Krieg oder Verfolgung Zuflucht in Wildungen gefunden haben, gehören seit neuem zu den dankbaren Abnehmern von Lebensmitteln aus der Bad Wildunger Tafel.Foto: pr

Bad Wildungen - Die Bürgerhilfe Bad Wildungen hielt in ihrer Jahreshauptversammlung Rückschau auf ihre Arbeit während der verstrichenen zwölf Monate.

Renate Faber als Vorsitzende begrüßte einen voll besetzten Saal im Gasthaus Rosenschlösschen. 366 Mitglieder hat der gemeinnützige Verein, davon 100 „Aktive“, die in den verschiedenen Sparten mit ihren vielfältigen Aufgaben und steigender Tendenz ihren ehrenamtlichen Dienst tun.

Dazu gehören die Selbsthilfe der Mitglieder auf Gegenseitigkeit, die Bad Wildunger Tafel, der Hospizdienst, Besuchsdienste für Patienten in der Asklepios-Klinik und in Rehakliniken, Betreuung von Bewohnern in Heimen und der Betrieb des „Internet-Points“ in der Wandelhalle.

Die Bad Wildunger Tafel, über deren Aufgaben und steigende Anforderungen Gerhild Schläper berichtete, beschäftigt 40 Freiwillige. Fahrer holen die bereitgestellten Lebensmittel in Einzelhandelsbetrieben ab. Im Tafelladen wird die Ware entsprechend der Familiengröße der Kunden in Körbe gepackt und ausgegeben. Aktuell versorgt die Tafel 312 Personen, darunter viele Kinder, Alleinerziehende und Alte aus Bad Wildungen, Edertal und Waldeck. Die Not von Menschen aus anderen Ländern tritt auch bei der Bad Wildunger Tafel deutlich zu Tage. Sie versorgt über hundert Ausländer, davon 40 Flüchtlinge. Die Liste ihrer Herkunftsländer, in denen Krieg, Terror und politische Verfolgung herrschen, ist lang: Eritrea, Äthiopien, Somalia, Iran, Syrien, Pakistan, Afghanistan und Ukraine. Die Menschen, die in Bad Wildungen Zuflucht fanden, sind dankbare Abnehmer von Lebensmitteln der Tafel. Ihre Mitarbeiter versuchen aus dem verfügbaren Sortiment eine Auswahl zu treffen, die den fremden Ernährungsgewohnheiten entsprechen, wenn auch die Verständigung darüber wegen fehlender Sprachkenntnisse nicht immer einfach ist.

Wegen der steigenden Zahl Bedürftiger können die Verantwortlichen der Tafel nicht allen helfen. 50 Personen stehen noch auf einer Warteliste.

15865 ehrenamtliche Stunden 2014 geleistet

Zum Hospizdienst gehören 10 Personen. 14-mal, so berichtete Christine Goebel, konnten sie im Jahre 2014 Sterbende bis zu ihrem Lebensende begleiten. Zur Vorbereitung auf ihre schwere Arbeit trifft sich die Helfergruppe regelmäßig zum Gedankenaustausch und zu Fortbildungsmaßnahmen. Auch Klassen aus Bad Wildunger Schulen haben die Arbeit des Hospizdienstes erkundet und zum Unterrichtsinhalt werden lassen.

15 ehrenamtliche Helfer sind auf den Stationen der Asklepios-Stadtklinik im Einsatz, besuchen Patienten, bieten ihren Rat und Besorgungen oder Dienstleistungen an, auch auf Anforderung des Pflegepersonals.

Die Zahl der ehrenamtlichen Stunden aller Vereinsmitglieder betrug 15865 im ganzen Jahr 2014. Um den Zusammenhalt unter ihnen zu fördern und die Motivation der Aktiven zu erhalten, erfreute die Bürgerhilfe sie mit einem Programm von Busreisen nach Bad Arolsen, Bamberg, Büdingen und Gelnhausen. Auch im laufenden Jahr gibt es Tagesausflüge mit reizvollen Zielen. Ein „Spielenachmittag“ im Fürstenhof bietet einmal monatlich Spaß und Zerstreuung bei Karten- und Brettspielen.

Wer sich für die Arbeit der Bürgerhilfe „Wir für uns“ interessiert oder sich ihr anschließen möchte, kann sich an ihr Büro wenden, jeden Tag von 10 – 12 Uhr im Kurhaus, Tel. 05621/969799.(r)

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