Edersee

Im Tarnwagen auf dem Edersee

- Edersee. Sie fahren auf der Straße und schwimmen im Wasser: Besucher am Edersee reiben sich am Pfingstwochenende staunend die Augen, wenn Amphibienfahrzeuge aus der Zeit des zweiten Weltkriegs mit knapp zehn Stundenkilometern den Edersee durchpflügen.

Das 50. Internationale Treffen der Schwimmwagenfahrer lässt in diesem Jahr in Waldeck zahlreiche Pfingst-Ausflügler aufhorchen. 180 Teilnehmer aus mehreren Kontinenten sind mit 53 Schwimmfahrzeugen angereist. Klaus-Helmut Kötting aus Waldeck als Vorsitzender der Deutschen Interessengemeinschaft Schwimm- und Geländefahrzeuge hat die Jubiläumsveranstaltung in seinen Heimatkreis geholt.

Der Verein besteht seit 1973 und organisiert seither das jährliche Haupttreffen zu Pfingsten. 207 Mitglieder haben über 700 historische Militärfahrzeuge aus der Zeit des ersten und zweiten Weltkriegs restauriert. Zum Jubiläum reisten Schwimmwagenfahrer aus Deutschland, Europa, Japan und den USA an. Lars Ulvestad aus Lillehammer ist einer von 13 Norwegern, die an dem Treffen teilnehmen. „Ich komme schon seit über 30 Jahren zu den Treffen nach Deutschland“, sagt er in fließendem Deutsch. Mit seinem VW 166 Schwimmwagen war er zum ersten Mal am Edersee.

Die meisten Schwimmfahrzeuge sind zwischen 1941 und 1945 gebaut worden. Laut Kötting handelt es sich um Flachbootkonstruktionen, die nur etwa 60 Zentimeter Tiefgang haben. Auf der Straße erreichen die Militärfahrzeuge mit 24,5 PS-Benzin-Motoren rund 80 Stundenkilometer, im Wasser knapp Tempo zehn.

Rund zwei Stunden dauerte am Samstag die Ausfahrt auf dem Edersee, dann fuhren die Wagen nacheinander wieder an Land, zurück zum Bürgerhaus nach Waldeck. Dort lockte eine Ausstellung mit Militärmaschinen. Eine Rundfahrt der Landfahrzeuge führte zur Sperrmauer. Weitere Aktionen im Rahmen des Jubiläumstreffens fanden in Fritzlar und Kassel statt. Auf dem Flugplatz in Allendorf (Eder) landete eine JU52, die am Pfingstwochenende immer wieder über dem Edersee kreiste. Am Sonntag sind die Schwimmwagen noch einmal von 11 bis 15 Uhr im Edersee in der Nieder-Werber Bucht zu sehen, und von 11 bis 16 sind sind die Oldtimer im Offroad-Gelände „Böser Wolf“ in Homberg-Efze im Einsatz.

Zum Abschluss findet an Pfingstmontag eine gemeinsame Fahrt nach Ernsthausen zur Eisenbahnanlage der Familie Blumberg statt. Mehr lesen Sie in der gedruckten Ausgabe am Dienstag.

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