Geschwindigkeitsmessung ergab zu hohe Werte

Tempo 30 gegen „Frustfuß“ an der Itzel

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Seit einigen Tagen gilt Tempo 30 in der Itzelstraße, weil zu viele Verkehrsteilnehmer derzeit nachgewiesenermaßen zu schnell fahren. Das Ordnungsamt geht davon aus, dass sich nach Fertigstellung der Kreisel die Lage normalisiert und die Schilder wieder de

Bad Wildungen - Ein Unfall, bei dem eine 13-Jährige in der vergangenen Woche beim Überqueren der Fahrbahn vom Auto erfasst und schwer verletzt wurde, hat die Anlieger der Itzelstraße in Sorge versetzt.

Obwohl sich inzwischen herausgestellt hat, dass zu hohe Geschwindigkeit nicht die Ursache für das Unglück war, wandten sich einige Anrainer an das Ordnungsamt der Stadt. „Sie berichteten, dass viele Verkehrsteilnehmer viel zu schnell fahren und es deshalb sehr schwierig sei, mit dem Auto ohne Gefahr von den Grundstücken auf die Straße einzubiegen“, erklärt Amtsleiter Martin Segeler auf WLZ-Anfrage.

Er habe sich das kaum vorstellen können, denn wegen der Bauarbeiten an den Kreiseln und der deshalb nötigen Umleitungen fließe mehr Verkehr als üblich durch die Itzelstraße, „und wo mehr Verkehr ist, verlangsamt sich normalerweise das Tempo.“

Ein sehr hoher Wert

Nicht im Fall Itzelstraße allerdings, wie Geschwindigkeitsmessungen des Ordnungsamtes als Folge der Bürgerhinweise ergaben. „V85, so ein Ergebnis habe ich in den drei Jahren, in denen ich nun zuständig bin, noch nicht gehabt“, schildert Segeler verblüfft. V85 gibt die Höchstgeschwindigkeit an, die 85 Prozent der gemessenen Fahrzeuge aufweisen, ermittelt über 24 Stunden.

Sie lag an der Itzel bei 58 Stundenkilometern. „Das bedeutet aber auch, dass 15 Prozent der Verkehrsteilnehmer schneller als 58 waren“, unterstreicht der Ordnungsamtsleiter. Ein sehr hoher Wert.

Zeit und Grund zu handeln für die Behörde. Sie hat Tempo-30-Schilder in der Itzelstraße angebracht. „Keine Dauerlösung allerdings“, meint Segeler, der davon ausgeht, dass sich die Lage nach Fertigstellung der Kreisverkehre wieder entspannt und in Sachen Tempo normalisiert.

Unterart des Bleifußes?

Über die Ursache des Phänomens kann er nur spekulieren. Auffällig sei aber, dass die Geschwindigkeitsübertretungen in erster Linie aus und nicht in Richtung Wäschebachkreisel auftreten.

Möglicherweise offenbart sich hier eine Unterart des „Bleifußes“, der „Frustfuß“, mutmaßt Martin Segeler: „Vielleicht fahren die Leute schneller, weil sie zuvor im Stau den Eselspfad hinunter gestanden haben.“

Er selbst betrachtet das Ganze gelassen, wenn er Schlange steht, denn der Ordnungsamtsleiter weiß, dass die Bauarbeiten bald abgeschlossen sind.

Und er erlebte kürzlich in Schwäbisch-Gmünd, was ein echter Innenstadtstau ist. Dort wird eine Hauptverkehrsader unter die Erde verlegt, in über Jahre dauernden Arbeiten. „Stop and Go auf einer Spur und das über Kilometer.“ Angesichts solcher Dimensionen relativierten sich die Behinderungen am Eselspfad. (su)

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