Faustdicke, unangenehme Überraschung ereilt die Stadt beim Sanierungsprojekt Webers Kiga

Der Teufel lauert im Detail der Decke

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Die Sanierung von Webers Kiga dauert länger und wird teurer. Ein Pilz zersetzt die Decke im Haus an der Himmelstreppe.Foto: su

Bad Wildungen - 300000 Euro sollte die Sanierung von „Webers Kindergarten“ in der Altstadt ursprünglich kosten. 50?000 Euro mehr musste die Stadt bereits voriges Jahr in den Haushalt aufnehmen. Jetzt kommt´s noch dicker.

Wie bei vielen Altbau-Sanierungen steckt der Teufel im Detail, im Fall von Webers in der Decke.

Ein Großteil der umfangreichen Arbeiten an den Innenräumen war erledigt, als Markus Küster vom Bauamt eine kleine Stelle der Decke offen legen ließ, quasi als Stichprobe. Es schien zwar alles in Ordnung, aber Küster trieb ein Bauchgefühl dazu, sich die gesamte Konstruktion genauer anzuschauen, die aus reichlich schmalen Holzbalken und einer Lehm-Stroh-Mischung in den Zwischenräumen bestand.

Dann trat die Bescherung zu Tage. Die Balken wiesen tiefe Risse auf und Küster entdeckte am Material verdächtige Flecken und Beläge. „Wir ließen durch einen Experten prüfen, ob es sich um einen Pilz handelt und wenn ja, ob er lebt“, erklärt Bürgermeister Volker Zimmermann.

Das Ergebnis hätte nicht schlechter ausfallen können. Ein Hausschwamm hat sich in der Decke von Webers Kindergarten über die vielen Jahrzehnte ausgebreitet und tut es weiter. Der Schwamm zerstört Holz, verschmäht auch weder Schilf noch Stroh und verursacht in Mitteleuropa etwa ein Drittel aller pilzbedingten Gebäudeschäden. Die Konstruktion muss komplett saniert werden.

„Gut, dass Herr Küster seiner Intuition gefolgt ist. Nicht auszudenken, wenn Teile der Decker irgendwann heruntergefallen wären“, meint der Bürgermeister.

Bei der Kontrolle habe sich auch herausgestellt, dass die Balken zu klein bemessen wurden beim Bau des Kindergartens an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Die Stadt muss sie ersetzen.

Wie weit sich die Arbeiten durch diese böse Überraschung verzögern und wie sehr die Kosten steigen, „wissen wir noch nicht“, räumt Bürgermeister Zimmermann ein. Vor diesem Hintergrund sei das Ausweichquartier für die Mädchen und Jungen der Tagesstätte in den früheren Lesesälen des Kurhauses „Gold wert“.

Von Matthias Schuldt

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