Süreyya Agirgöl hat Broschüre mit Hinweisen zur Barrierefreiheit erarbeitet

Tipps für ein komfortables Umfeld

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Hinweise zur Barrierefreiheit hat die Studentin Süreyya Agirgöl (vorn) in einer Broschüre zusammengefasst; mit im Bild von links Rainer Rüsch vom Behindertenbeirat, Sozialamtsleiterin Renate Hinse und Bürgermeister Volker Zimmermann.Foto: Höhne

Bad Wildungen - Barrierefrei bauen ist in aller Munde. Und trotzdem tauchen oft gerade da Hindernisse auf, wo wie am meisten stören. Da werden Schilder mitten in Gehbereichen platziert, Klopfkanten für Sehbehinderte zugestellt oder schwer zu öffnende Türen eingebaut. Eine neue Broschüre soll für Barrierefreiheit sensibilisieren.

Ein barrierefreies Lebensumfeld ist nicht nur für ältere und beeinträchtigte Menschen, sondern für alle Bürger komfortabel, und der entsprechende Stadtumbau ein stetiger Prozess, betont Bürgermeister Volker Zimmermann.

SüreyyaAgirgöl (27) - Studentin im Bereich Stadtplanung an der Uni Kassel - hat im Rahmen ihres Praktikums im Wildunger Bauamt eine handliche Broschüre mit Hinweisen zur Barrierefreiheit in ihrer Heimatstadt erarbeitet. Auf 20 Seiten listet sie auf, an welche Details bei der Planung zu denken ist. Da geht es um Begegnungsflächen für Rollstühle auf Gehwegen und Fluren, um Handläufe und Rampen oder um Zugangsbereiche. Leser erfahren, dass Notschalter und Briefkästen in 85 Zentimetern Höhe anzubringen sind und was bei Sanitäranlagen, Parkplätzen oder Haltestellen die Nutzung vereinfacht.

„Alle an Maßnahmen Beteiligten wie Architekten, Planer, Auftraggeber, Handwerker, Politiker, Monteure sollten die Details kennen und auf deren Umsetzung achten“, betont Robert Hilligus vom Stadtbauamt.

Die Broschüre könne aber auch Bauhof-Mitarbeiter zu einem aufmerksamen Blick in Sachen Barrierefreiheit verhelfen. Denn oft sind es Kleinigkeiten, die beeinträchtigten Menschen das Leben erschweren. „Das fängt schon beim richtigen Wasserhahn für die öffentliche Toilette an“, sagt Hilligus. Aber auch interessierte Bürger finden wichtige Informationen in der kleinen Fibel. Dabei dient die Broschüre ausschließlich als Orientierungshilfe. „Der Blick in DIN-Normen wird dadurch nicht überflüssig“, erläutert die Studentin.

„Verbesserungsvorschläge und Hinweise auf Barrieren sind jederzeit willkommen“, signalisiert Sozialamtsleiterin Renate Hinse. An den Behindertenbeirat der Stadt Bad Wildungen werden immer wieder Wünsche und Anregungen für eine barrierefreie Badestadt herangetragen, betont Rainer Rüsch. Er regt an, für einen Maßnahmenkatalog auch einen entsprechenden Betrag im städtischen Haushalt einzustellen.

Aktionen am „Tag der Städtebauförderung“

Broschüren sind im Rathaus der Stadt erhältlich. Am „Tag der Städtebauförderung“ werden die Broschüren im Rahmen der Veranstaltung „Bad Wildungen - barrierefrei - entgegenkommend - einladend“ verteilt. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Asklepios Bildungszentrum für Gesundheitsfachberufe Nordhessen, dem Werner-Wicker-Bildungszentrum und dem Mehrgenerationenhaus statt.

Zu folgendem Programm sind Besucher herzlich eingeladen: Samstag, 9. Mai, vor dem Gebäude Brunnenstraße 59 (Haus Oestreich) von 11 bis 13 Uhr Erfahrungsfläche mit Alterssimulationsanzügen, Info-Ständen, Fragebogenaktion; 11 und 12 Uhr Führungen in der Brunnenstraße.

Von Conny Höhne

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