Neue Aus- und Weiterbildung zum Gesundheitscoach in Bad Wildungen

Ein Trainer für Gesundheit am Arbeitsplatz

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Bad Wildungen - Die einen sitzen viel zu viel im Job, die anderen heben falsch und zu schwer, die dritten bekommen den Stress nie in den Griff. Am Arbeitsplatz gesund zu bleiben, ist eine echte Aufgabe. Der „Gesundheitscoach“ soll Beschäftigten bald dabei helfen, speziell in kleinen und mittelständischen Unternehmen, bei denen jeder Ausfall schwer wiegt.

Unter der Bezeichnung „Gesundheitscoach“ starten das Asklepios-Zentrum für Gesundheitsberufe, die IHK und die Bringmann-Akademie ein Pilot-Ausbildungsprojekt. Das neue Kursangebot soll in Bad Wildungen im September 2015 beginnen. Bewerbungen sind ab sofort möglich. Die Industrie- und Handelskammer nimmt am Ende der zwei Jahre dauernden Aus- und Weiterbildung die Prüfung zum Gesundheitscoach ab. Nach Angaben der Beteiligten findet sich ein solches Modell in Deutschland kein zweites Mal. „Bessere Vorbeugung und optimale Gesundheitsvorsorge in Betrieben sind seit Längerem ein Thema für uns, doch bislang fehlt es an Experten“, schildert Walter Ruß, bei der IHK Kassel zuständig für Aus- und Weiterbildung. Asklepios-Regionalgeschäftsführer Dr. Dirk Fellermann erhofft sich über das IHK-Netzwerk Zugang zu den kleinen und mittleren Unternehmen in der Region. „Für sie ist das Angebot des Gesundheitscoaches in erster Linie gedacht, darüber hinaus für Verwaltungen etwa in Kommunen und für andere Einrichtungen“, erklärt Mizrab Akgöz, Leiter des Asklepios-Bildungszentrums. Bundesregierung fordert Gesundheitsförderung „Wir haben nichts Neues erfunden, sondern setzen um, was die Bundesregierung auch von den Krankenkassen fordert: eine verstärkte Gesundheitsförderung in den Betrieben“, ergänzt Bertram Hahn. Er leitet den neuen Ausbildungsgang an der Bringmann-Akademie, die dem Asklepios-Bildungszentrum angeschlossen ist. Die enorme Steigerung der Produktivität und Beschleunigung der Kommunikationswege führe zum Anstieg von Erkrankungen wie Burn-Out-Syndrom, psychovegetativen Belastungssyndromen, Wirbelsäulenerkrankungen, Schulter-Nacken- oder Herz-Kreislauf-Problemen. Hahn: „Für die Kassen entstehen jährlich Behandlungskosten von rund 250 Milliarden Euro. Für 80 Prozent der tödlichen Erkrankungen sind Bewegungsmangel und Fehlernährung Hauptrisikofaktoren.“ Viele Unternehmen hätten dieses Dilemma erkannt und betriebliche Gesundheitsfürsorge etabliert. Rückenschule, Ernährungsberatung und Sportangebote gehören vermehrt zum Betriebsleben, „aber diese Angebote müssen in den Arbeitsalltag integriert werden, um nach intensiven Belastungsphasen aktive Entlastungsphasen zu gestalten“, sagt Hahn. Mehr Professionalität soll auf diesem Feld einziehen, neue Konzepte sollen entstehen mit Hilfe von speziell ausgebildeten Trainerinnen und Trainern, den Gesundheitscoaches. Mitarbeiter erreichen und motivieren, ihre Lebensqualität und ihren Gesundheitszustand verbessern mit dem sehr erwünschten Zusatzeffekt sinkender Kosten für Unternehmen, Kassen und Geellschaft – so lautet das Ziel der im Zwei-Jahres-Kurs in Bad Wildungen ausgebildeten Experten. Bewerben für die Ausbildung können sich (ab sofort, spätestens bis zum Sommer 2015) Teilnehmer mit mittlerem Bildungsabschluss und körperlicher Eignung im Mindestalter von 16 Jahren. Sie sollten Freude an Kommunikation und Spaß an Bewegung haben. Gedacht ist auch an Umschulung und Weiterbildung von Mitarbeitern und Beauftragten von Unternehmen, WiedereinsteigerInnen nach Elternzeit oder anderer Unterbrechung der Berufstätigkeit, an Weiterbildung für Sport- und Gymnastiklehrer, Masseure, Physiotherapeuten und Fitnesslehrer. Der neue Kurs endet mit Abschlussprüfung und Zertifikat. Infos und Anmeldung: Asklepios Bildungszentrum für Gesundheitsfachberufe Nordhessen, Telefon 05621-7952400 oder m.liboa@asklepiios.com (szl)

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