Reinhardshausen: Dr. Hassan Taha neuer Chefarzt der Abteilung

Tumorspezialist leitet Neurochirurgie

Bad Wildungen-Reinhardshausen - Die Geschäftsführung der Werner-Wicker-Klinik hat Dr. Hassan Taha zum neuen Chefarzt der Abteilung für Neurochirurgie berufen.

Mit der Verpflichtung des 40-jährigen Facharztes für Neurochirurgie, einem Spezialisten für die Versorgung von Rückenmark- und Gehirntumoren, will die Klinik ihren hervorragenden, auch ins Ausland reichenden Ruf als Kompetenzzentrum für die Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen der Wirbelsäule festigen und ausbauen. Hierbei soll das spezielle Wissen, über das die Neurochirurgie verfügt, im Rahmen der notwendigen Krankenbehandlung genutzt werden. Der gebürtige Syrer kam nach herausragenden Schul- und Universitätsabschlüssen im Jahr 2000 nach Deutschland. An den Universitätskliniken Düsseldorf und Duisburg absolvierte er die Ausbildung zum Facharzt und promovierte 2007. Nach dreijähriger Tätigkeit am Städtischen Klinikum Solingen wechselte Dr. Taha, inzwischen verheirateter Vater eines kleinen Sohnes, 2010 als Oberarzt an die Neurochirurgie der Universitätsklinik Gießen. Zum 1. Oktober dieses Jahres übernahm er den Chefarzt-Posten in Bad Wildungen. Dr. Taha wird Anfang des kommenden Jahres in der Werner-Wicker-Klinik außerdem eine Kassenarztpraxis eröffnen, in der er Patienten auch ambulant neurochirurgisch behandelt.

Rückenerkrankungen sind die häufigste Ursache für Krankschreibungen und Frührente. Nicht immer kann der Volkskrankheit Nr. 1 mit verhältnismäßig einfachen Mitteln begegnet werden. Oft nimmt sie einen so schweren Verlauf, dass ein Krankenhausaufenthalt bzw. eine Operation unabdingbar wird. Die Werner-Wicker-Klinik in Reinhardshausen hat sich auf die Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen und -verletzungen spezialisiert und verfügt über umfassende Diagnose-, Operations- und Therapiemöglichkeiten. Im Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie werden Verformungen der Wirbelsäule, wie es zum Beispiel bei der Skoliose der Fall ist, behandelt, ebenso Erkrankungen, die auf Verschleiß zurückzuführen sind. Für die Akutversorgung sowie Komplikationsbehandlung querschnittgelähmter Patienten steht das Zentrum für Rückenmarkverletzte zur Verfügung, für damit einhergehende Harnblasenfunktionsstörungen die Abteilung für Neuro-Urologie. Die von Taha übernommene Neurochirurgische Abteilung ergänzt dieses Profil der Klinik um einen wichtigen Part. Die Neurochirurgie befasst sich mit der „Steuerungszentrale“ des menschlichen Körpers, dem Kopf und dem Rückenmark. Wird das durch sie verlaufende Zentrale Nervensystem – oder auch das periphere Nervensystem – durch Verletzungen,Tumore, Blutungen, Fehlbildungen oder andere Erkrankungen gestört, kann dies zu erheblichen, teilweise sogar dramatischen Beeinträchtigungen des Lebens führen. In den vergangenen Jahren hat die Neurochirurgie enorme Fortschritte gemacht und neue Methoden entwickelt, mit denen die Erkrankungen geheilt oder zumindest gelindert werden können.

Hassan Taha will in der Werner-Wicker-Klinik die modernsten Operationsverfahren anwenden. Wann immer es geht, operiert er in Form von kleinstmöglichen Eingriffen endoskopisch, um die Belastung des Patienten möglichst gering zu halten und ein eventuelles Risiko auf ein Minimum zu reduzieren. Dazu dienen weiterhin unter anderem die Neuronavigation, eine computerunterstützte Technik, mit der der Operateur den schonendsten Zugang zu betroffenen Hirnarealen findet, die Verwendung von OP-Mikroskopen, die Tumorbekämpfung durch hoch fokussierte Ultraschallwellen oder die Fluoreszenzmikroskopie, mit der kleine, leicht zu übersehende Krebszellherde während der Operation sichtbar gemacht werden.

Das Behandlungsspektrum, das der neue Chefarzt mit diesen und weiteren Methoden abdeckt, ist breit gefächert. Unter anderem kann die Werner-Wicker-Klinik mit dem neuen Chef der Neurochirurgie nun auch plastische Korrekturen von Schädelverformungen bei Kindern und Erwachsenen anbieten. Selbstverständlich werden die häufigsten Ursachen von Rückenbeschwerden behandelt, die Bandscheibenvorfälle in allen Bereichen der Wirbelsäule oder Verengungen des Spinalkanals. Ein weiterer Schwerpunkt der Abteilung für Neurochirurgie ist die Behandlung chronischer Schmerzzustände. Sie macht von Fall zu Fall kleine neurochirurgische Eingriffe notwendig, etwa zur Blockade von schmerzenden Nervenwurzeln. Auf Grund seiner beruflichen Vorerfahrung beherrscht Taha das gesamte Behandlungsspektrum der Neurochirurgie, zum Beispiel die Operation und Behandlung von gut- und bösartigen Tumoren des Rückenmarks und im Gehirn oder die Behandlung von Abszessen und entzündlichen Prozessen an Rückenmark und Gehirn sowie Blutungen und Flüssigkeitsansammlungen im Kopf. (r)

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