Edertal: Verein „Wir Edertaler“ strebt Bürgerbegehren an

670 Unterschriften für Standesamt

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- Edertal-Giflitz (höh). Einen Verlust von Bürgernähe prangert die Wählergruppe „Wir Edertaler“ durch den gemeinsamen Standesamtbezirk Bad Wildungen/Edertal zum 1. Januar 2012 an.

„Die Entscheidung des Gemeindeparlaments war für uns nicht zufriedenstellend“, sagte Jörn Brück, Vorsitzender des kürzlich gegründeten Vereins „Wir Edertaler“. Die Vorstandsmitglieder überreichten am Donnerstag eine Unterschriftenliste für ein Bürgerbegehren an Bürgermeister Wolfgang Gottschalk.670 Unterschriften aus allen Ortsteilen kamen innerhalb von nur einer Woche zusammen, merkte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Willi Teltsch an. Erforderlich waren 537 – mindestens zehn Prozent der 5370 Wahlberechtigten. Teltsch kritisierte, dass die Entscheidung eines gemeinsamen Standesamtsbezirks eindeutig zulasten älterer Bewohner gehe. Das stünde nicht im Verhältnis zu den Einsparungen von „nur 8000 Euro“. Anmeldung der Eheschließung, Ausstellen von Beglaubigungen, Geburts-, Ehe- und Sterbeurkunden, Wiederannahme des Geburtsnamens nach Scheidung, Rentenangelegenheiten wie Anträge auf Kontenklärung, Annahme und Weiterleitung von Rentenanträgen aller Art – dies alles ist fortan in Bad Wildungen zu erledigen.

„Der Bürgermeister und die Kommunalpolitiker wollen unser Herzstück – das Standesamt – verkaufen“, informierten die Mitglieder der Wählergruppe. Und 670 Edertaler signalisierten mit ihrer Unterschrift, dass Standesamt und Rentenstelle in der Gemeinde erhalten bleiben sollen. „Wir würden uns freuen, wenn Entscheidungen künftig bürgernäher getroffen werden“, betonte Brück gestern im Rathaus und verwies auf das positive Beispiel Kindergartenbus.

Bürgermeister Gottschalk nahm die Unterlagen im Beisein des Ersten Beigeordneten Werner Waid entgegen. „Damit ist das Verfahren unterbrochen“, verwies der Rathauschef auf den gemeinsamen Standesamtsbezirk.

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