Bad Wildungen:

Urgroßmutters Alltag zum Anfassen

- Bad Wildungen. Museen haben’s schwer. Wenig Geld für die Präsentationen, Streichaktionen der Politik bei den hauptamtlichen Stellen, Schwierigkeiten beim Erreichen der jüngeren Generationen. Und am Horizont aufziehende, neue Kürzungen wegen der stets beklagten Ebbe in den öffentlichen Kassen.

Jede Menge Gesprächsstoff also für den Verbandstag der hessischen Museen, der erstmals in der Wildunger Wandelhalle stattfand. „So schön hatten wir es noch nie“, meinte Verbandsvorsitzender Dr. Thomas Wurzel zu Atmosphäre und Rahmenbedingungen. Die Museen in Hessen rangieren in einer Drei-Klassen-Gesellschaft. Die großen landeseigenen, staatlichen Einrichtungen wie die Museumslandschaften Hessen Kassel haben eigene Budgets – von denen allerdings ein Löwenanteil in den Gebäudeunterhalt fließt.. Daneben existieren rund 400 weitere Häuser. Ein Drittel gehört den Kommunen. Für Exponate, Konzepte und andere Inhaltszwecke macht das Land jährlich 880 000 Euro locker. Die übrigen zwei Drittel der Museen stehen in freier Trägerschaft. Für sie bleiben per anno gerade einmal 330 000 Euro übrig, die als Zuschüsse zu Ausstellungen gezahlt werden. „Beinah jeder Verkehrskreisel kostet mehr“, kommentiert Wurzel. Ins Verhältnis gesetzt zu den jährlich 8 Millionen Besuchern der hessischen Museen kleidet das Land dieses Standbein der Kultur zum Spottpreis ein. Umso bedauerlicher aus Sicht der Träger, dass die Landespolitik ausgerechnet bei der Museumspädagogik die Stellen zurückfährt, „denn die Museen sind Teil des lokalen Bildungsangebotes, und diese Aufgabe versuchen wir verstärkt wahrzunehmen“, erklärt Wurzel. Angesichts der prekären Finanzlage suche man deshalb die Zusammenarbeit mit Schulen und Bibliotheken.

Mehr in der WLZ-Zeitungsausgabe vom 26. September.

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