Kölner Investor sucht seit zwei Jahren Grundstück für eine neue Idee des sanften Tourismus

Urlaub klein und fein am Nationalpark

Vorbilder für „Freiloft“ gibt es etwa in Skandinavien.Foto: pr

Edertal - „In Köln kennt keiner den Nationalpark Kellerwald-Edersee“, sagt der Kölner Manager Dr. Dirk Zurek. Schade, findet er, und will das ändern durch ein Tourismusprojekt, das gestresste, umweltbewusste Großstädter in den Kellerwald lockt.

Zurek stellte sein Konzept am Dienstagabend im Edertaler Planungsausschuss vor. „Freiloft“ lautet der Marketingtitel der Idee. Laut Zurek ein Wortspiel aus Freiluft und Loft, dem englischen Begriff für Dachboden, der heute angewandt wird auf Stadtwohnungen, die einmal Lagerräume oder Industriebauten waren. Zielgruppen sind Familien mit jüngeren Kindern und umweltbewusste Großstädter bis ins mittlere Alter, „die gut verdienen, ökologisch denken und die Nähe zur Natur suchen“. Zurek lebte früher in Bad Wildungen und seine Großeltern wohnten in Hemfurth. Seit zwei Jahren sucht er nach einem Standort in Nationalparknähe für sein 3 Hektar großes Vorhaben. Entstehen sollen 50 Quadratmeter große, einstöckige komfortable Ferienlofts mit den Funktionsbereichen Kochen/Essen, Schlafen und Sanitär für 4 bis 7 Personen. Die Lofts soll 90 bis 135 Euro pro Nacht kosten. Zur Anlage zählt ein 250 Quadratmeter großes Hauptgebäude unter anderem mit Einkaufsmöglichkeit, Naturschwimmbad und Sauna/ Wellness. Die Bauten werden als Null- oder Plus-Energie-Häuser geplant unter Einsatz regenerativer Energien. „Sie sind wegen ihrer Materialien leicht rückbaubar, wenn das Konzept einmal nicht mehr funktioniert. Wir wissen ja nicht, was die Kunden in 25 Jahren wollen“, erklärte Zurek.

Die Anlage soll in fünf Stufen entstehen. Das Hauptgebäude und die ersten 10 Hütten erfordern 2,5 Millionen Euro. Dann sollen jährlich fünf weitere Hütten gebaut werden bis zur Gesamtzahl von 30 und einem Gesamtinvestitionsvolumen von 4,5 Millionen Euro. „Wir starten mit Eigenmitteln, Fördergeldern und Krediten und gehen später auch an den Kapitalmarkt“, erläuterte Zurek. In der Endstufe sind fünf volle und drei halbe Arbeitsstellen vorgesehen. Ganzjährig soll die Anlage bewirtschaftet werden inklusive eines offenen Gastronomieangebotes, das auf regionale Produkte setzt. Zurek und sein Team orientieren sich mit ihrer Idee an internationalen Trends zum Komfort-Camping, wie sie in Skandinavien, Frankreich oder Italien, aber bislang selten in Deutschland zu finden sind.

Von Matthias Schuldt

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