Planungsausschuss empfiehlt Neuauflage des Verfahrens

Verkauf noch nicht in Sicht: Haus Oestreich zurück ins Bad Wildunger Stadtparlament

Geparkt: Haus Oestreich bleibt in der Warteschleife. Der Planungsausschuss empfiehlt die Neuauflage des Verfahrens und spielt den Ball zurück ins Parlament. Foto: Conny Höhne

Bad Wildungen. Die Hängepartie um den Verkauf des Hauses Oestreich geht nahtlos weiter.

Zwei Interessenten hatten bekanntlich ihre Kaufangebote abgegeben. Die Krux: Ausgerechnet das niedrigere Gebot stößt auf größeres Interesse, der Planungsausschuss des Stadtparlaments würde diese Pläne gern verwirklicht sehen.

Das hochwertige Konzept einer Korbacher Baugesellschaft um Hubert Thorwirth wurde in der vorigen Sitzung anerkennend zur Kenntnis genommen. Allerdings hatte der Bieter nur das zweithöchste Gebot mit 170 000 Euro. 240 000 Euro hatte der Frankfurter Ramazan Altiok geboten, der kürzlich auch die Parkhöhe zur Sanierung erworben hatte.

Die Stadt müsste an den Meistbietenden verkaufen, wenn er mindestens in der Nähe des Wertgutachtens (245 000 Euro) liegt, dies wäre bei Altiok der Fall. Alternativ könnte die Vergabe an besondere planerische Voraussetzungen geknüpft werden. Allein dem Korbacher die Möglichkeit zu eröffnen, seine Offerte im Nachhinein zu toppen und dann an den Höchstbietenden zu verkaufen, scheidet aus. „Das wäre ein schiefer Prozess“, stellte Stadtkämmerer Günther Gutheil klar. Bauamtsleiter Klaus Weidner bekräftige: „Wenn nachgeboten wird, muss das von beiden Seiten möglich sein,“ Wenn allerdings die Qualität des Bauvorhabens eine größere Rolle beim Verkauf spielen soll als der zu erzielende Preis, müssten diese Kriterien in den laufenden Prozess eingearbeitet werden. Dann müsste mindestens zwischen beiden Bietern ein neues Verfahren starten.

Klaus Stützle (Bündnis 90/Grüne) zeigte sich mit seiner Geduld am Ende. „Wir müssen endlich mal die Kuh vom Eis kriegen.“ Sein Vorschlag: Beide Interessenten zum erneuten Kaufangebot auffordern. Der Höchstbietende sollte dann zum Zuge kommen. Planungsausschussvorsitzender Wolfgang Nawrotzki signalisierte dafür auch die Zustimmung der beiden SPD-Abgeordneten. „Ein neues Verfahren bringt neue Rechtsunsicherheit“, argumentierte er.

Nur zulassen, was gefällt

Kontra gab heftig die CDU. Die Pläne von Altiok und Thorwirt lägen weit auseinander, meinte Hubert Schwarz. „Wenn wir da was zulassen, was keinem gefällt, kriegen wir es nicht mehr weg.“ Er warnte vor Schnellschüssen: „Wir haben uns fünf Jahre damit befasst, jetzt kommt es auch nicht mehr auf ein paar Monate an.“ Georg Wackerbarth (CDU) forderte selbstkritisch: „Wir haben soviel Mist gebaut in dieser Angelegenheit, da wird jetzt kein Mist hingebaut.“ Fraktionsvorsitzender Marc Vaupel zeigte sich skeptisch über das Engagement Altioks, der bei der Parkhöhe überraschend auf einer Immobilienplattform finanzstarke Partner für eine Sanierung in zweistelliger Millionenhöhe suchte. „Darüber kann man sich nur wundern.“

Vier Abgeordnete von CDU und FWG votierten für eine Neuauflage des Verfahrens, dagegen stimmten drei von SPD und Grünen. Der Ausschuss spielte somit den Ball zurück ins Stadtparlament, das am 6. August erneut berät.

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