Mit 25 Stundenkilometern in die Berge

Waldecker Oldtimer-Fans nehmen am Traktor-Treffen im Zillertal teil

Heimische Oldtimer-Fahrer  nehmen am Schleppertreffen im Zillertal teil: Norbert Krüger, Harald Krex, Arne Spangenberg und Volker Kestner.
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Heimische Oldtimer-Fahrer auf großer Tour: Sie nehmen am Schleppertreffen im Zillertal teil (oben, von links): Norbert Krüger, Harald Krex, Arne Spangenberg und Volker Kestner.

Harald Krex, Arne Spangenberg, Volker Kestner und Norbert Krüger nehmen in dieser Woche an dem Oldtimer-Treffen Hintertuxer Gletscherkönig teil. Mit insgesamt 330 PS unter vier Hauben verteilt.

Wega/Sachsenhausen – Doch zuvor mussten sie auf ihren Treckern über 700 Kilometer ins Zillertal zurücklegen – mit Tempo 25 bis 30. „Nach langem und bangem Warten wegen Corona haben wir uns riesig gefreut, dass es jetzt grünes Licht für die Veranstaltung gab“, sagt Harald Krex aus Niederurff kurz vor der Abfahrt. Der 59-Jährige arbeitet wie sein Sachsenhäuser Kollege Arne Spangenberg bei der Wegaer Firma Hermann Wagner und hat eigentlich täglich mit Schleppern zu tun. „Ab und zu muss man auch mal selber fahren“, sagt der gelernte Landwirt Spangenberg (38), bevor die vier gemeinsam von Krex’ Scheune in Niederurff aus ihre Tour starteten.

Sieben Tage lang gibt es täglich Ausfahrten, 20 bis 70 Kilometer lang, 150 Schlepper im Korso die Tuxer Berge hoch, immer eine Almhütte als Ziel. „Der Höhepunkt wird der Samstag, dann fahren wir bis zum Tuxer Fernerhaus hoch und dort gibt es auch die Plaketten“, freut sich Norbert Krüger (69) vor der Abfahrt.

Das Tuxer Fernerhaus liegt auf 2660 Meter und ist der zentrale Punkt des Gletschergebietes in Hintertux. „Das schönste ist die Entschleunigung – mit durchschnittlich 25 Stundenkilometern durch die Berge, das kann man kaum beschreiben“, sagt Krex (59).

Doch zuvor mussten die vier Nordhessen erst einmal die Anfahrt hinter sich bringen – nach vier Tagesetappen von 150 bis 180 Kilometern auf Bundes- und Landstraßen sind sie am zurückliegenden Samstag im Zillertal angekommen.

Am Sonntag startete die Veranstaltung mit sieben Tages-Ausfahrten. „Wenn verrückt, dann aber richtig“, sagte Volker Kestner (64) vor der Abfahrt – er hatte sich zum Übernachten auf Campingplätzen eigens einen alten Bauwagen zu einem mobilen Schlafquartier umgebaut, angestrichen im John-Deere-Grün wie sein Oldtimer-Schlepper.

„Aus Spaß und zur Reserve“ nahm Spangenberg auch seinen „kleinen Fuchs“ mit, wie er den alten Eicher mit den roten Felgen nennt. Denn der Sachsenhäuser hat nicht nur mehrere rote Oldtimer-Trecker, sondern auch einen großen Anhänger. So konnte Norbert Krüger bequem mit einem Wohnmobil ins Zillertal hinterherfahren.

Gemeinsam waren die Männer schon 2017 bei der Oldtimer Traktor WM am Großglockner, wo auch die Idee entstand, an dem Hintertuxer Gletscherkönig teilzunehmen.

Obwohl alle über 30 Jahre alt sind und damit offiziell zur Oldtimer-Generation gehören, sind alle Traktoren in einem Top-Zustand, versichern die vier Fahrer. Werkzeug und Ersatzteile haben sie dennoch dabei.

Wenn sie nach zwei Wochen vom Hintertuxer Gletscherkönig zurück sind, werden die vier Freunde viel zu erzählen haben. (Kerstin Diehl)

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