Knight Rider lässt grüßen

Vor Gericht: Wildunger macht sein Auto für illegales Ausbremsen auf A 49 verantwortlich

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
+
Eine 31-jährige Waldeck-Frankenbergerin stand in Fritzlar vor Gericht.

Für eine Gefährdung des Straßenverkehrs durch illegales Ausbremsen auf der Autobahn 49 bei Edermünde muss ein 47-jähriger Bad Wildunger 1800 Euro Geldstrafe zahlen.

Fritzlar/Bad Wildungen – Das Amtsgericht Fritzlar hatte auf Antrag der Staatsanwaltschaft und auf Basis der Akten schon vor Monaten einen Strafbefehl erlassen, gegen den der Mann aber Einspruch einlegte. Deshalb kam es überhaupt zur mündlichen Verhandlung. Auf Anraten seines Anwaltes zog der Verurteilte seinen Einspruch nach eineinhalbstündiger Beratung zurück. Auf sechs Monate war ihm der Führerschein entzogen worden. Den muss er nun neu beantragen.

Laut Anklage war der Mann am 1. März des aktuellen Jahres auf der A 49 nach dem Überholen so dicht vor dem Auto einer 25-jährigen Borkenerin eingeschert, dass diese die Kollision mit dem PS-starken SUV „mutmaßlich nur durch eine sofortige Bremsung vermeiden konnte.“

Vorwurf: Leib und Leben einer Tochter und ihrer Mutter gefährdet

Kurz: Der Angeklagte soll Leib und Leben der Fahrerin und deren 51-jähriger Mutter auf dem Beifahrersitz in Gefahr gebracht haben. Das Geschehen und sich selbst beschrieb der Angeklagte dagegen so: „Das ist nicht meine Art. Ich bin ein anständiger Fahrer.“

Mit seinem Wagen habe er an diesem Tag allerdings technische Probleme gehabt. Er sei überrascht gewesen vom „Verhalten“ des Autos. Nach einem „Aussetzer“ – des Autos – habe er zurückgeschaltet. Dabei hätte nach Reparaturen an Getriebe und Motor der Wagen eigentlich funktionieren sollen. „Vorsätzlich habe ich nichts gemacht“, behauptete der Mann. Im zuständigen Autozentrum habe man ihm gesagt, die Reparaturkosten würden den Wert des Autos übersteigen. Da der Wagen nicht mehr alltagstauglich gewesen sei, habe er beschlossen, ihn „für wenig Geld“ zu verkaufen und ein neues Auto anzuschaffen.

Frage vom Gericht: Entwickelte das Auto ein Eigenleben?

Ob der Wagen ein Eigenleben entwickelt habe, hakte Richterin Corinna Eichler nach. Eine direkte Antwort blieb aus.. „Ich fahre nicht zu dicht auf. Ich gehe davon aus, dass mein Auto ausgesetzt hat“, meinte der 47-Jährige im weiteren Verlauf. Der SUV sei „massiv langsamer geworden“, das Getriebe habe in den zweiten Gang zurückgeschaltet. Ihm sei nicht bewusst gewesen, jemanden hinter sich zu haben.

Die 25-jährige Fahrerin aus Borken und ihre Mutter erlebten die Momente am 1. März auf der A 49 als Albtraum. Sie habe sich darüber geärgert, dass der Angeklagte vor dem Überholen viel zu dicht aufgefahren sei. Sie habe ihm den „Vogel“ dafür gezeigt, gab die junge Frau zu.

Zeuginnen: Nach dem Ausbremsen überholte der Angeklagte rechts ein weiteres Auto

Die Mutter als damalige Beifahrerin bestätigte vor Gericht, dass der Angeklagte „richtig aggressiv“ überholt habe – und ihre Tochter dann ausbremste. Die 25-Jährige trat notfallmäßig selbst voll aufs Bremspedal. Hinter dem Auto von Tochter und Mutter war so der Fahrer eines Lastwagens ebenfalls zur Vollbremsung gezwungen. Der Angeklagte machte sich laut Aussagen der Zeuginnen in seinem SUV unterdessen rasch davon und überholte dabei noch rechts einen Opel, der sich auf der linken Spur befand.

„Ich war total durcheinander“, fasste die junge Frau vor Gericht ihren damaligen Gemütszustand zusammen. Ihrer Mutter erging es ebenso: „Ich war fix und fertig. Ich bin richtig sauer und traurig, dass uns so etwas passiert ist.“  (Manfred Schaake)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion