Bestattungswald „Auf der alten Burg“ in Reitzenhagen

Bad Wildunger „Ruhehain“ fast fertig: Urnenbestattungen an 100 Bäumen

An der Orientierungstafel im Ruhehain: Hans-Jürgen Kramer, Astrid Unzicker und Bürgermeister Ralf Gutheil (von links).
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An der Orientierungstafel im Ruhehain: Hans-Jürgen Kramer, Astrid Unzicker und Bürgermeister Ralf Gutheil (von links).

Der Bad Wildunger Bestattungswald steht kurz vor seiner Fertigstellung.

  • Der Bad Wildunger Bestattungswald am Friedhof in Reitzenhagen steht kurz vor seiner Fertigstellung.
  • Spätestens im Frühsommer sind die ersten Urnenbestattungen im Ruhehain „Auf der alten Burg“ möglich.
  • Zur Bestattung stehen insgesamt rund 100 Bäume zur Auswahl, an jedem Baum können bis zu zwölf Urnen beigesetzt werden.

Bad Wildungen-Reitzenhagen – Die Wege im „Ruhehain“ in Reitzenhagen sind beschildert, Orientierungstafeln und Numernstelen aufgestellt. „Voraussichtlich im Frühjahr oder Frühsommer können die ersten Urnenbeisetzungen stattfinden“, kündigt Bauamtsmitarbeiter Hans-Jürgen Kramer an.

Wege führen in Sepentinen über den 15. Bad Wildunger Friedhof

Das unmittelbar an den Reitzenhagener Friedhof angrenzende Waldstück trägt die Flurbezeichnung „Auf der alten Burg“. Um diesen prägenden Flurnamen präsent zu halten, soll der 15. städtische Friedhof „Ruhehain Auf der alten Burg“ heißen.

Nachdem die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen und Erschließungswege in Serpentinen angelegt wurden, ist nun ein besonderes Leitsystem zur Orientierung und Festlegung der Waldgrabstätten eingerichtet worden.

Wege, Nummernstelen und Namensschilder erleichtern die Orientierung im Ruhehain

Bevor die ersten Urnenbeisetzungen stattfinden können, müssen zunächst noch die satzungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, erläutert Bürgermeister Ralf Gutheil. Dazu sind die Beschlüsse der städtischen Gremien bis hin zur Stadtverordnetenversammlung einzuholen. Sofern nicht weitere erhebliche Corona-Beschränkungen für Beratungs-Verzögerungen sorgen, ist dies laut Gutheil für März 2021 geplant.

Drei Hinweistafeln und sechs Wegweiser am und im Ruhehain wurden inzwischen aufgestellt.

Die für Bestattung zuständigen Bauamts-Mitarbeiter um Hans-Jürgen Kramer und Astrid Unzicker haben sich unter Einbeziehung eines Planungsbüros eine besondere Idee einfallen lassen. Die neuen Wege im Bestattungswald erhalten Namen: Am Ruhehain, Unter den Buchen, Burgschleife, Zum Sonnenstrahl. An den Wegrändern werden ein Meter hohe Nummernstelen aus Cortenstahl platziert. „Diese sind quasi die „Hausnummern“ zu den vier Wegen, die die Bäume erschließen“, erläutert Kramer.

Die Stelen sind mit jeweils zwölf Gewindebohrungen versehen. Daran können sieben mal vier Zentimeter große Namensschilder aus Aluminium angebracht werden. So entsteht ein einheitliches Orientierungs- und Kennzeichnungssytem im Ruhehain „Auf der alten Burg“.

20 Bäume sollen im Frühjahr noch gepflanzt werden

Die „Adresse“ mit Wegnamen, Nummer und Namensschild erleichtert die Suche des richtigen Baumes für die Angehörigen, die die Waldgrabstätte ihrer verstorbenen, beigesetzten Freunde oder Familienangehörige später besuchen möchten.

Im Laufe der nächsten Monate werden alle Nummernstelen angebracht. Dann stehen etwa 100 Bäume zur Auswahl. An jedem Baum können bis zu zwölf Urnen beigesetzt werden. Sie müssen aus leicht verrottbaren Holzfasergehäusen bestehen – sogenannte Öko-Urnen. Langfristig ist eine Erweiterung des Bestattungswalds in Richtung Homberg möglich.

Im Frühjahr werden noch vier Sitzbänke aufgestellt. Da auch das Wäldchen des Ruhehains unter der extremen Trockenheit der vergangenen Jahre gelitten hat, sollen noch 20 neue Bäume im Frühjahr gepflanzt werden. Auch diese jungen Bäume, die noch eine lange Wuchszeit vor sich haben, können dann für eine Waldgrabstätte ausgewählt werden.

„Zum Sonnenstrahl“: Straße durch den Bestattungswald in Reitzenhagen.
Setzen Nummernstelen: Frank Vitzthum und Manuel Schengel (von links).

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